arnold_koester

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 {{  :a.koester.jpg?nolink&200x299|a.koester.jpg}}Er war Sohn eines Baptistenpastors. Er studierte am Seminar in Hamburg 1919-1923. Als Pastor diente er in den Gemeinden Hamburg-Wilhelmsburg 1923-1924, in Köln-Rheinaustraße von 1924-1929 und die längste Zeit in Wien von 1929-1960. Hier prägte er viele Jahre als Prediger und Lehrer die Baptistengemeinde Wien-Mollardgasse und war auch Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Österreich. 1942 wurde er in die Bundesleitung gewählt. Schon 1931 sah er eine "kommende Weltkatastrophe" voraus //(Täuferbote Januar 1931, 4; Graf-Stuhlhofer, Kritik, 129f)//. Er gilt als unerschrockener NS-Kritiker, der aufgrund einer prophetisch-apokalyptischen Bibelauslegung die aktuellen Zeitereignisse beurteilte und im Bolschewismus wie im Nationalsozialismus antichristliche Züge sah. Er bezeichnete sich selbst nie als Prophet, meinte aber, der Christ habe eine prophetische Aufgabe und dürfe darum nicht schweigen. "Von der Gestapo wurde er beobachtet und mehrmals verhört, aber nicht verhaftet" (//Graf-Stuhlhofer, Kritik, 264, vgl. auch 253//). Seine seit 1939 mitstenografierten und danach abgeschriebenen Predigten sind eine sehr umfangreiche und einzigartige Quelle. Von 1930 bis 1934 gab er den "Täuferboten" heraus, eine Monatszeitschrift für die deutschen Baptistengemeinden Südosteuropas zusammen mit Carl Füllbrandt und Johannes Fleischer. Die Zeitschrift knüpfte an die Täufer der Reformationszeit an mit dem Hubmaier-Zitat im Untertitel ("Die Wahrheit ist untödlich"), vor allem was Gemeindeverständnis als auch Verfolgungssituation betraf. Darum wurde immer wieder an bedeutende Täuferführer erinnert, z.B. von Köster gleich in der ersten Ausgabe (Täuferbote Januar 1930) an Balthasar Hubmaier (vgl. dazu Fleischer/Graf-Stuhlhofer [Hg.], Theologie, 2021, 79-82) und im März 1936 an Jakob Huter zu dessen 400. Jahrestag seines Märtyrertodes. {{  :a.koester.jpg?nolink&200x299|a.koester.jpg}}Er war Sohn eines Baptistenpastors. Er studierte am Seminar in Hamburg 1919-1923. Als Pastor diente er in den Gemeinden Hamburg-Wilhelmsburg 1923-1924, in Köln-Rheinaustraße von 1924-1929 und die längste Zeit in Wien von 1929-1960. Hier prägte er viele Jahre als Prediger und Lehrer die Baptistengemeinde Wien-Mollardgasse und war auch Vorsitzender der Evangelischen Allianz in Österreich. 1942 wurde er in die Bundesleitung gewählt. Schon 1931 sah er eine "kommende Weltkatastrophe" voraus //(Täuferbote Januar 1931, 4; Graf-Stuhlhofer, Kritik, 129f)//. Er gilt als unerschrockener NS-Kritiker, der aufgrund einer prophetisch-apokalyptischen Bibelauslegung die aktuellen Zeitereignisse beurteilte und im Bolschewismus wie im Nationalsozialismus antichristliche Züge sah. Er bezeichnete sich selbst nie als Prophet, meinte aber, der Christ habe eine prophetische Aufgabe und dürfe darum nicht schweigen. "Von der Gestapo wurde er beobachtet und mehrmals verhört, aber nicht verhaftet" (//Graf-Stuhlhofer, Kritik, 264, vgl. auch 253//). Seine seit 1939 mitstenografierten und danach abgeschriebenen Predigten sind eine sehr umfangreiche und einzigartige Quelle. Von 1930 bis 1934 gab er den "Täuferboten" heraus, eine Monatszeitschrift für die deutschen Baptistengemeinden Südosteuropas zusammen mit Carl Füllbrandt und Johannes Fleischer. Die Zeitschrift knüpfte an die Täufer der Reformationszeit an mit dem Hubmaier-Zitat im Untertitel ("Die Wahrheit ist untödlich"), vor allem was Gemeindeverständnis als auch Verfolgungssituation betraf. Darum wurde immer wieder an bedeutende Täuferführer erinnert, z.B. von Köster gleich in der ersten Ausgabe (Täuferbote Januar 1930) an Balthasar Hubmaier (vgl. dazu Fleischer/Graf-Stuhlhofer [Hg.], Theologie, 2021, 79-82) und im März 1936 an Jakob Huter zu dessen 400. Jahrestag seines Märtyrertodes.
  
-Nach dem Krieg bejahte er im Unterschied zu Paul Schmidt den Gedanken der Kollektivschuld und ergänzte ihn durch eine Kollektivvergebung (Claesberg). 1952 wurde Köster zum Vorsitzenden des Bundes der österreichischen Baptisten gewählt. 1953 bis 1960 war er Mitglied der 1. Bundesleitung der österreichischen Baptisten. Seit 1923 war er verheiratet mit der Baptistin Maria Hornburg (1900-1970), mit der er drei Söhne und drei Töchter hatte. (//RF//)+Nach dem Krieg bejahte er im Unterschied zu Paul Schmidt den Gedanken der Kollektivschuld und ergänzte ihn durch eine Kollektivvergebung (Claesberg). 1952 wurde Köster zum Vorsitzenden des Bundes der österreichischen Baptisten gewählt. 1953 bis 1960 war er Mitglied der 1. Bundesleitung der österreichischen Baptisten. 
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 +Seit 1923 war er verheiratet mit der Baptistin Maria Hornburg (1900-1970), mit der er drei Söhne und drei Töchter hatte. (//RF//)
  
 //ausführliche Kurzbiographie in wikipedia: // [[https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_K%C3%B6ster|https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_K%C3%B6ster]] //ausführliche Kurzbiographie in wikipedia: // [[https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_K%C3%B6ster|https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_K%C3%B6ster]]
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