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Klaus Fuhrmann

Klaus Fuhrmann (* 10. August 1931 in Berlin; † 21. Juli 2020 in Berlin) war Pastor, Dozent und Direktor des Theologischen Seminars des BEFG in der DDR in Buckow/Märkische Schweiz bis zur Wende.

fuhrmann-klaus.jpgKlaus Fuhrmann ist noch 1945 in den Kriegsdienst eingezogen worden. Nach der Kapitulation lief er zu Fuß etliche Wochen von Süddeutschland bis nach Berlin. Er bekehrte er sich 1947 und ließ sich in der Gemeinde Berlin-Köpenick taufen. Danach arbeitete er als Gemeindehelfer in Templin. Von 1953 bis 1956 studierte er am Theologischen Seminar in Hamburg; anschließend wurde er Pastor in Luckenwalde. 1960 wurde er zum ersten Jugendpastor des DDR-Bundes berufen und organisierte u.a. die sogen. „Mannschaftsarbeit“, eine evangelistische Initiative des Jugendwerkes des DDR-Bundes. „Er leitet Rüstzeiten, Tagungen, Schulungen, erarbeitet moderne Materialien und Liedblätter für die Jugendarbeit, unter sozialistischen Bedingungen und ohne moderne Technik“ (Uta Klippel). 1965 begann er als Dozent für Neues Testament am Theologischen Seminar in Buckow und 1967 den ersten Fernunterricht für theologisch interessierte Laien im BEFG der DDR. Ab 1970 leitete er das Buckower Seminar als Direktor 19 Jahre lang bis zur Wende und dem Zusammenlegen mit dem Seminar in Hamburg. In seine Zeit als Direktor fiel der Erwerb (1979) und erste Umbau (1981/82) des Hauses Rehoboth in Buckow zum Seminargebäude. Auch in Hamburg war er wieder Dozent für Praktische Theologie bis zum Ruhestand. Nach der Auflösung des Buckower Seminars zog er zuerst nach Hamburg und dann wieder nach Berlin und schloss sich der Gemeinde in Köpenick an.

Er wird von ehemaligen Studierenden und Seminardozenten beschrieben als „warmherziger und sensibler Pastor und Seelsorger, als den Menschen freundlich zugewandter, kluger Lehrer und als … vorausschauender Organisator“ (Michael Noss und Christoph Stiba in ihrem Nachruf). In seiner Freizeit malte er sehr gerne und sehr gut.

Er war verheiratet mit Edith, geb. Rosner (*1931) und hatte mit ihr drei Töchter: Petra, Uta und Brita. Sein Schwager war der spätere Pastor Horst Wenzel (*1929). Beide heirateten 1956 nach Abschluss ihres Studiums am Seminar in Hamburg die Schwestern Edith und Eveline Rosner (*1930). (RF/Hartmut Wahl).

Nachruf des BEFG vom 29.7.2020 (Julia Grundmann): https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/mit-gott-und-den-menschen-verbunden/

Nachruf von Präsident Michael Noss und Generalsekretär Christoph Stiba: https://www.befg.de/fileadmin/bgs/media/dokumente/2020-07-Nachruf-Klaus-Fuhrmann.pdf

Thesen zur Homosexualität (unveröffentlichtes Manuskript) (vgl. dazu Siegfried Großmann, Lebendige Liebe 1993, S. 186).

Zur Stellung der Frau in der Gemeinde, Berlin 1970 (Wort und Tat. Arbeitsmaterial für den Pastor 8, 14 S.).

Gemeindeleitung im Neuen Testament als Frage an unsere Gemeindepraxis, in: Wort und Tat. Arbeitsmaterial für den Pastor 12, Berlin 1970 (24 S.).

Im Kinde der Herr. Die Geburts- und Kindheitsgeschichten Jesu bei Matthäus (Schlüsselreihe), Verlag Otto Ekelmann Nachf., Berlin 1971 (84 S.).

Chronik [des Theol. Seminars in Buckow], in: Adolf Pohl (Hg), Die Ernte ist groß. 25 Jahre Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR in Buckow (Märkische Schweiz) 1959-1984, Berlin 1983, S. 73-84.

Lernen durch Erfahrung. Auszüge aus Studentenberichten zum Fach Diakonik, in: Adolf Pohl (Hg), Die Ernte ist groß. 25 Jahre Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR in Buckow (Märkische Schweiz) 1959-1984, Berlin 1983, S. 101-106.

Baubericht zur Einweihung des neuen Seminargebäudes des Theologischen Seminars des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR in Buckow (Märkische Schweiz) am 8. September 1986, in: ThGespr 1/1992 (Festgabe für Adolf Pohl zum 65. Geburtstag), S. 5-7.

Ausbildung im Kontext der DDR. Das Theologische Seminar es Bundes, in: Erlebt in der DDR. Berichte aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, hg. v. U. Materne und G. Balders, Wuppertal und Kassel 1995, S. 310-316.

Auf internationalem Parkett. … besser als alle Flaggen, in: ebenda, S. 346f.

Rezension: Eberhard Wagner, Rhetorik in der christlichen Gemeinde (Stuttgart 1992), in: ThGespr 2/1997, S. 28-31.

Rezension: Wolfgang Klippert, Vom Text zur Predigt. Grundlagen und Praxis biblischer Verkündigung (Wuppertal und Zürich 1995), in: ThGespr 2/1999, S. 57f.

Zur Enthüllung der Gedenktafel am Seminargebäude in Buckow am 10. Juni 2006, in: Stefan Stiegler (Hg), Kein anderes Evangelium! Festschrift für Adolf Pohl zum 80. Geburtstag. Predigten seiner Schüler und Kollegen, Berlin 2007, S. 193-196.

Adolf Pohl (Hg), Die Ernte ist groß. 25 Jahre Theologisches Seminar des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR in Buckow (Märkische Schweiz) 1959-1984, Berlin 1983 (122 S.).

Stefan Stiegler (Hg), Geschichte und Geschichtchen. Zur Emeritierung von Klaus Fuhrmann und Christian Wolf, Hamburg 1995.

Manfred Bärenfänger, „Spannende“ baptistische Kirchengeschichte. Sehr persönliche Gedanken, in: ZThG 4/1999, S. (238-251) 245: https://www.gftp.de/downloads-und-dokumente/send/27-zthg-04-1999/142-mbaerenfaenger

Reinhard Assmann, Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR. Ein Leitfaden zu Strukturen – Quellen – Forschung. (Baptismus-Studien 6), Kassel 2004, S. 30, 36, 173, 177.

Festschrift 125 Jahre Theologisches Seminar, ThGespr 2005, Beiheft 6, S. 70.72.73.74.79.80.

Uta Klippel, Diamantene Hochzeit: Edith und Klaus Fuhrmann, in: Die Gemeinde 16/2016, S. 26.

W. Weist, R. Assmann, Dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde. Die Schrifttumsarbeit im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR (Baptismus-Dokumentation 7), Elstal 2017, S. 256.281.

Nachruf von Michael Noss und Christoph Stiba: https://www.befg.de/fileadmin/bgs/media/dokumente/2020-07-Nachruf-Klaus-Fuhrmann.pdf.

Nachruf, in: Die Gemeinde 16/2020, S. 25.

Bildnachweis: Die Gemeinde 2020, Nr. 16.

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