walter_rauschenbusch

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walter_rauschenbusch [2021/09/24 19:54]
rfleischer [Veröffentlichungen]
walter_rauschenbusch [2021/09/30 14:01] (aktuell)
rfleischer [Leben]
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-{{  :walter_rauschenbusch.jpg?nolink&186x271|walter_rauschenbusch.jpg}}Er war Sohn des Pastors und Lehrers __<font inherit/inherit;;#5b9bd5;;inherit>August Rauschenbusch</font>__, der in USA und in Deutschland wirkte. Sein Vater schickte ihn ab 1879 zum Schulbesuch nach Deutschland, wo er das Abitur in Gütersloh ablegte. Das Theologiestudium begann er kurz in Berlin, um es dann ab 1883 in Rochester fortzusetzen. Ab 1886 wurde er elf Jahre Pastor der Zweiten Deutschen Baptistengemeinde in einem Armenviertel in New York City ("hell´s kitchen"). "Rauschenbusch gründete 1892 gemeinsam mit anderen Baptistenpastoren die ´Bruderschaft des Reiches Gottes` (Brotherhood of the Kingdom), die schnell über baptistische Kreise hinaus zu einer Verbreitung der sozialreformerischen Reich-Gottes-Theologie der Social-Gospel-Bewegung beitrug" (Ralf Dziewas). 1897 wurde er zum Seminarlehrer am Baptist Theological Seminary in Rochester (Rochester Theological Seminary, heute: Colgate Rochester Crozer Divinity School) berufen. Seit 1902 lehrte er dort als Prof. für Kirchengeschichte bis an sein Lebensende. 1891 und 1907/1908 hielt er sich zu je einem Studienjahr in Deutschland auf. 1893 heiratete er die Lehrerin Pauline E. Rother und hatte mit ihr fünf Kinder.+{{  :walter_rauschenbusch.jpg?nolink&186x271|walter_rauschenbusch.jpg}}Er war Sohn des Pastors und Lehrers __ <font inherit/inherit;;#5b9bd5;;inherit>August Rauschenbusch</font> __, der in USA und in Deutschland wirkte. Sein Vater schickte ihn ab 1879 zum Schulbesuch nach Deutschland, wo er das Abitur in Gütersloh ablegte. Das Theologiestudium begann er kurz in Berlin, um es dann ab 1883 in Rochester fortzusetzen. Ab 1886 wurde er elf Jahre Pastor der Zweiten Deutschen Baptistengemeinde in einem Armenviertel in New York City ("hell´s kitchen"). "Rauschenbusch gründete 1892 gemeinsam mit anderen Baptistenpastoren die ´Bruderschaft des Reiches Gottes` (Brotherhood of the Kingdom), die schnell über baptistische Kreise hinaus zu einer Verbreitung der sozialreformerischen Reich-Gottes-Theologie der Social-Gospel-Bewegung beitrug" (Ralf Dziewas). 1897 wurde er zum Seminarlehrer am Baptist Theological Seminary in Rochester (Rochester Theological Seminary, heute: Colgate Rochester Crozer Divinity School) berufen. Seit 1902 lehrte er dort als Prof. für Kirchengeschichte bis an sein Lebensende. 1891 und 1907/1908 hielt er sich zu je einem Studienjahr in Deutschland auf. 1893 heiratete er die Lehrerin Pauline E. Rother und hatte mit ihr fünf Kinder.
  
 Die social-gospel-Bewegung kam mit seinen Veröffentlichungen zum Höhepunkt aber auch an ihr Ende. Im Zentrum stand für ihn die Reich Gottes Verkündigung Jesu. Theologie und Kirche seien angesichts der sozialen Missstände herausgefordert, daraus die nötigen sozialen Konsequenzen zu ziehen. Die traditionelle Individualethik müsse durch eine Sozialethik ergänzt werden. "Es ging Rauschenbusch um die Erneuerung der Gesellschaft unter der Vision des Reiches Gottes, das Auslösen einer Umkehrbewegung, die Verknüpfung individueller Frömmigkeit mit dem Angehen sozialer Fragen" (Uwe Dammann, 2011). "Wo die Botschaft vom Reich Gottes zurückgedrangt wird, da tritt die Lehre von der Gemeinde in Vordergrund. Es kommt zu einer Überbetonung des persönlichen Heils" (Uwe Dammann, 1989). Sein Werk "´Christianity and the Social Crisis` (1907) erzielte eine tiefgehende Wirkung auf die neue Generation junger Pastoren. Durch 50.000 verkaufte Exemplare erreichte dieses Buch eine weite Verbreitung und zahlreiche Vortragseinladungen in ganz Amerika führten dazu, dass Rauschenbusch zu einer Person des öffentlichen Lebens wurde" [Brian Hebblethwaite, TRE, Bd. 31 (2000)]. Das "prophetische Werk … gab der Bewegung die theologische Tiefe, die ihr bis dahin gefehlt hatte" [M.G.Toulouse, RGG⁴ , Bd. 7 (2004)]. "Reinhold Niebuhr, sein entschiedenster Kritiker (Kritik an Rauschenbuschs Idealismus) ist zugleich sein bedeutendster Nachfolger" (D. Ritschl, Ökumene-Lexikon, ²1987). "Bei Rauschenbusch ist die Vorsicht auffällig, nicht das Reich Gottes mit dem Anbruch der neuen Gesellschaft gleichzusetzen. Dies wird besonders schön in seinen Gebeten ´For God and the People`, 1910 (dt. 1928) deutlich, die mehr geistliche Tiefe zeigen als Rauschenbuschs Kritiker ihm nachsagten" (D. Ritschl). Die anderen beiden Hauptwerke Rauschenbuschs waren „Christianizing the Social Order“ (1912) und „A Theology for the Social Gospel“ (1917, ins Deutsche übersetzt von Clara Ragaz, 1924). Das Reich Gottes hier auf Erden voranzutreiben, sei die höchste und wichtigste Aufgabe der Christenheit. Aber seine Verwirklichung sei nicht allein Menschenwerk, das Reich Gottes sei immer nur im Kommen („the kingdom is always but coming“). Rauschenbusch geht es "um die prophetische Sendung der Gemeinde … Wo sich eine Gemeinde dem Reich Gottes verpflichtet weiß, wird sie nicht in Harmonie mit der Gegenwart leben und darum auch das prophetische Leiden auf sich nehmen" (Uwe Dammann, 1989). Martin Luther King, jr, war von seinen Schriften beeindruckt, sah aber auch Unterschiede. Die social-gospel-Bewegung kam mit seinen Veröffentlichungen zum Höhepunkt aber auch an ihr Ende. Im Zentrum stand für ihn die Reich Gottes Verkündigung Jesu. Theologie und Kirche seien angesichts der sozialen Missstände herausgefordert, daraus die nötigen sozialen Konsequenzen zu ziehen. Die traditionelle Individualethik müsse durch eine Sozialethik ergänzt werden. "Es ging Rauschenbusch um die Erneuerung der Gesellschaft unter der Vision des Reiches Gottes, das Auslösen einer Umkehrbewegung, die Verknüpfung individueller Frömmigkeit mit dem Angehen sozialer Fragen" (Uwe Dammann, 2011). "Wo die Botschaft vom Reich Gottes zurückgedrangt wird, da tritt die Lehre von der Gemeinde in Vordergrund. Es kommt zu einer Überbetonung des persönlichen Heils" (Uwe Dammann, 1989). Sein Werk "´Christianity and the Social Crisis` (1907) erzielte eine tiefgehende Wirkung auf die neue Generation junger Pastoren. Durch 50.000 verkaufte Exemplare erreichte dieses Buch eine weite Verbreitung und zahlreiche Vortragseinladungen in ganz Amerika führten dazu, dass Rauschenbusch zu einer Person des öffentlichen Lebens wurde" [Brian Hebblethwaite, TRE, Bd. 31 (2000)]. Das "prophetische Werk … gab der Bewegung die theologische Tiefe, die ihr bis dahin gefehlt hatte" [M.G.Toulouse, RGG⁴ , Bd. 7 (2004)]. "Reinhold Niebuhr, sein entschiedenster Kritiker (Kritik an Rauschenbuschs Idealismus) ist zugleich sein bedeutendster Nachfolger" (D. Ritschl, Ökumene-Lexikon, ²1987). "Bei Rauschenbusch ist die Vorsicht auffällig, nicht das Reich Gottes mit dem Anbruch der neuen Gesellschaft gleichzusetzen. Dies wird besonders schön in seinen Gebeten ´For God and the People`, 1910 (dt. 1928) deutlich, die mehr geistliche Tiefe zeigen als Rauschenbuschs Kritiker ihm nachsagten" (D. Ritschl). Die anderen beiden Hauptwerke Rauschenbuschs waren „Christianizing the Social Order“ (1912) und „A Theology for the Social Gospel“ (1917, ins Deutsche übersetzt von Clara Ragaz, 1924). Das Reich Gottes hier auf Erden voranzutreiben, sei die höchste und wichtigste Aufgabe der Christenheit. Aber seine Verwirklichung sei nicht allein Menschenwerk, das Reich Gottes sei immer nur im Kommen („the kingdom is always but coming“). Rauschenbusch geht es "um die prophetische Sendung der Gemeinde … Wo sich eine Gemeinde dem Reich Gottes verpflichtet weiß, wird sie nicht in Harmonie mit der Gegenwart leben und darum auch das prophetische Leiden auf sich nehmen" (Uwe Dammann, 1989). Martin Luther King, jr, war von seinen Schriften beeindruckt, sah aber auch Unterschiede.
  
-Beim 5. Weltkongress für Freies Christentum und Religiösen Fortschritt in Berlin 1910 war Rauschenbusch einer der Redner (neben __<font 12.0pt/inherit;;#5b9bd5;;inherit>Gustav Gieselbusch</font>__, der dort ebenfalls einen Vortrag hielt). W. Rauschenbusch war Teilnehmer und Redner auf dem 11. Baptistischen Weltkongress in Philadelphia 1911 und gehörte zum Comittee on social work. Die amerikanischen Evangeliumslieder, wie sie bei Evangelisationen mit D.L.Moody vom Sänger Ira David Sankey gesungen wurden, übersetzte er ins Deutsche und gab sie mit diesem im Oncken-Verlag heraus. Die Liedstrophe "Schau ich zu jenem Kreuze hin" stammt von ihm (Evangeliums-Sänger 1890, Nr. 110; Gemeindelieder 1978, Nr. 213; Feiern und Loben, 2003, Nr. 248). (//RF//)+Beim 5. Weltkongress für Freies Christentum und Religiösen Fortschritt in Berlin 1910 war Rauschenbusch einer der Redner (neben __ <font 12.0pt/inherit;;#5b9bd5;;inherit>Gustav Gieselbusch</font> __, der dort ebenfalls einen Vortrag hielt). W. Rauschenbusch war Teilnehmer und Redner auf dem 2. Baptistischen Weltkongress in Philadelphia 1911 und gehörte zum Comittee on social work. Die amerikanischen Evangeliumslieder, wie sie bei Evangelisationen mit D.L.Moody vom Sänger Ira David Sankey gesungen wurden, übersetzte er ins Deutsche und gab sie mit diesem im Oncken-Verlag heraus. Die Liedstrophe "Schau ich zu jenem Kreuze hin" stammt von ihm (Evangeliums-Sänger 1890, Nr. 110; Gemeindelieder 1978, Nr. 213; Feiern und Loben, 2003, Nr. 248). (//RF//)
  
 //Kurzbiographie von 1959 in: // [[http://gameo.org/index.php?title=Rauschenbusch,_Walter_(1861-1918)|http://gameo.org/index.php?title=Rauschenbusch,_Walter_(1861-1918)]] (Global Mennonite Encyklopedia online) //Kurzbiographie von 1959 in: // [[http://gameo.org/index.php?title=Rauschenbusch,_Walter_(1861-1918)|http://gameo.org/index.php?title=Rauschenbusch,_Walter_(1861-1918)]] (Global Mennonite Encyklopedia online)
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