Eduard Kupsch

Dr. Eduard Kupsch (* 17. März 1888 in Zyrardow/Polen; † 12. März 1970 in Bochum) war ein sprachbegabter Prediger in Polen, Lehrer am Predigerseminar Lodz und Sekretär der deutschen Union in Polen. Verfasser einer Geschichte der deutschen Baptisten in Polen.

kupsch-eduard-1.jpgEr wurde am 25.8.1907 in der Baptistengemeinde Philadelphia/USA getauft und besuchte von 1909 bis 1913 das Missionsseminar Neukirchen/Rheinland. Von 1913 bis 1914 studierte er noch auf dem Seminar in Hamburg. Im 1. Weltkrieg war er als Ausbilder im Roten Kreuz tätig (auch im 2. Weltkrieg). Danach belegte er verschiedene Hochschulkurse und promovierte zum Dr. phil.. Er diente als Prediger in Lodz I von 1914-1919 (dort ordiniert am 9.12.1917), in Alexandrow 1919-1931 und von 1932 bis 1945 in Zdunska-Wola. Neben dem Gemeindedienst war er elf Jahre Lehrer am Predigerseminar in Lodz für Bibelkunde, Pastoraltheologie, Dogmatik und Sprachen. Er nahm öffentliche Aufgaben wahr als Stadtabgeordneter und Schöffe der deutschen Minderheit im Kreis Lodz und in der Wohlfahrtspflege der Stadt Alexandrow. 1945 begab er sich auf die Flucht nach Westen. Prediger der Gemeinde Massenbach in Süddeutschland 1945-1946 und danach in Bochum-Hamme 1946-1955. Als Ruhestandsprediger war er in Bochum-Linden und Bochum-Weitmar bis 1966 aktiv. Im Ruhestand war er schriftstellerisch tätig. In Polen war er Sekretär der „Union der Baptisten-Gemeinden deutscher Zunge in Polen“ und Schriftleiter für das Bundesorgan „Der Hausfreund“. Er beherrschte vier Sprachen: deutsch, polnisch, russisch und tschechisch. (RF)

Lebensabriss in: Kluttig, Geschichte, 1973, S. 355.

Kurzbiographie: http://wiki.wolhynien.net/index.php/KUPSCH,_Eduard

Die Geschichte der Baptisten in Polen. 1852-1932, Selbstverlag, Zduńska-Wola 1932 (503 S.). Vgl. dazu Rezension von Albert Breyer, in: Deutsche Wissenschaftliche Zeitschrift für Polen, Heft 27, 1934, S. 161f.

(100 Jahre Deutscher Baptismus. Der deutsche Baptismus in) Polen, in: Wahrheitszeuge 1934, Nr. 8 (25.2.1934), S. 59f.

Die Freikirchen in Polen, in: Die Osteuropäischen Länder: Die evangelischen Kirchen in Polen (Ekklesia. Eine Sammlung von Selbstdarstellungen der christlichen Kirchen, Bd. 5/21) Leipzig 1938, S. 172-182.

Art. in verschiedenen Lexika und Aufsätze und Abhandlungen über das Täufertum.

Schriftleiter für das Bundesorgan „Der Hausfreund“ für die deutschen Baptisten in Polen.

Das erste Bergknappenheim im Ruhrgebiet, in: Die Gemeinde 9/1954, S. 143.

Der polnische Unitarismus (Fratres Polones). Anfang und Entwicklung des polnischen Unitarismus 1535-1600, in: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas, Neue Folge, Bd. 5, Heft 4 (1957), S. 401-440: https://www.jstor.org/stable/pdf/41041485.pdf?seq=1.

Neuisrael, in: Wort und Tat 1963, Nr. 5, S. 147f.

Erhard Rockel, 50 Jahre im Dienst als Prediger, in: Die Gemeinde 1964, Nr. 36, S. 13f; Nachruf in: Die Gemeinde 1970, Nr. 14, S. 16; Nr. 18, S. 14f; Robert Kluttig, Geschichte der deutschen Baptisten in Polen 1858-1945, Winnipeg/Kanada 1973, S. 11.20f.31.34.37.38ff.44ff.48.50.60-62.65.69.70.78.83.90.93.96.109.112f.114.117.118.119f.121.124.129f.145.146.150.152.194.215.221-224.239.240.241.245.247.252.255.258f.263.269.270.355 (Lebensabriss); Astrid Giebel, Diakonie (Baptismus-Studien Bd. 1), Kassel 2000, S. 153f.155.287 A.195; Bernard Green, European Baptists and the Third Reich, Baptist Historical Society 2008, p. 156 (270 S.).

Literatur über Baptisten in Polen/Wolhynien/Ukraine: http://www.inthemidstofwolves.com/articles/baptist-bibliography.pdf

Baptisten in Polen: https://www.dewiki.de/Lexikon/Baptisten_in_Polen https://de.wikipedia.org/wiki/Baptisten_in_Polen

Bildnachweis: Robert Kluttig 1973