Hans Metzger

Hans Metzger (* 8. Juni 1903 in Dreieichenhain; † 27. Juni 1990 in Hemmingen) war Volks- und Sonderschullehrer, Reiseprediger und Evangelist in den Brüdergemeinden und im BEFG. Er verfasste mehrere evangelistische Schriften.

Er stammte aus Dreieichenhain/Kr. Offenbach und war der Vater von Prof. Dr. Martin Metzger (1928-2018). Er studierte am Lehrerseminar in Bensheim, Bergstraße und wurde Volks- und Sonderschullehrer. Eine kurze Zeit war er an der Volksschule in Michelstadt (Odenwald) tätig. Mit 10 Jahren fand er zum Glauben und schloss sich später den „exklusiven Brüdern“ an. 1927/28 wurde er aus der „exklusiven Brüderversammlung“ ausgeschlossen, weil er am Abendmahl der „Offenen Brüder“ in Wiedenest teilgenommen hatte. Von September 1926 bis März 1927 unterrichtete er als Privatlehrer die drei ältesten, behinderten Kinder von Johannes Warns und diente zugleich als Lehrer an der Bibelschule in Wiedenest. Am 3. April 1927 heirate er Barbara in seinem Geburtsort. Ab April 1927 war er der erste Zeltevangelist in der deutschen Brüderbewegung. 1928-1936 arbeitete er als Lehrer an der Landesanstalt in Uchtspringe bei Stendal/Altmark (vermittelt durch den Landrat von Schleinitz). Vom 10.-13. März 1934 nahm er teil an der Leipziger Konferenz der KcG, bei der es um die Stellung der „offenen Brüder“ zur NS-Regierung ging. Er befürwortete den Zusammenschluss mit dem BfC (1937) und mit den Baptisten (1941). 1936 bis 1938 war er tätig als Lehrer in einer Heilanstalt in Weißenfels und engagierte sich für die Zeitschrift „Handreichungen aus dem Worte Gottes“ (Ansprechpartner bezüglich der „Artikel und Berichte für die gläubige Jugend“). 1938-1945 wieder als Oberlehrer im Jugendgefängnis in Bautzen (damals ein Mustergefängnis), dann Oberinspektor an den Strafanstalten Leipzig, Stollberg und Zwickau. 1946 ging er auf die Flucht in den Westen Deutschlands. Ab 1948 arbeitete er wieder als Zeltevangelist im BEFG, bei der er auch einige Zeit eng mit Werner Heukelbach zusammenarbeitete. 1948 wurde er Leiter von Zelt II und ab 1949 von Zelt IV der Zeltmission des BEFG. Er war Vertreter der „Brüder“ in der Bundesleitung des BEFG, Abteilung Verlag und warnte 1949 mit 29 anderen „Brüdern“ (u.a. Wilhelm Brockhaus, Heinz Köhler, Martin Siebert) in einem Rundbrief die Brüdergemeinden vor dem Austritt aus dem BEFG und postulierte auf der Elberfelder Konferenz (24.-27. Mai 1949) als Grundsatz den Spruch: „Wir bleiben zusammen!“ 1957 bis zu seiner herzbedingten Frühpensionierung arbeitete er als Lehrer im Staatsdienst (Jugendgefängnis). Nach der vorzeitigen Pensionierung (1958) diente er in den Gemeinden Siegen, dann Nürnberg und Dreieichenhain. Nach dem Tod seiner Ehefrau lebte er in zweiter Ehe zuerst in Hannover, dann an anderen Orten. 1990 starb er. (Hartmut Wahl)

Aufzeichnungen von Ulrich Müller, Januar 2005, bei einem Telefongespräch mit Martin Metzger betr. der Geschichte der „Handreichungen“ (Mail von Michael Schneider am 14. 9. 2015 an Hartmut Wahl).

Zeitzeugeninterview mit Martin Metzger (Sohn) vom 9.6.2016 (Oncken-Archiv Elstal).

„Sieben Gründe zum Loben und Preisen. (Eine Betrachtung über 1.Petr. 1, 3-12)“, in: Handreichungen aus dem Wort Gottes, 1937, S. 217-221.

(Metzger hat in der Zeitschrift der Offenen Brüder „Handreichungen“ noch etliche Artikel mehr verfasst!)

Wie werde ich meines ewigen Heils gewiß?, Kassel 1947 (5.000 Expl.); 1950 (7.000 Expl.); 1952 (4.000 Expl.); 7 1953.

Der Weg zum ewigen Heil, Kassel 1948 (15 S., 5.000 Expl.); 1949 (3.000 Expl.).

Was kostet das ewige Leben?, Kassel 1949 (10.000 Expl.); 1952 (5.000 Expl.).

Wunder des Weltenalls, Kassel und Stuttgart 1949 (5.000 Expl.); 1951 (45 S., 3.000 Expl.); 1952 (52 S., 13.000-15.000 Expl. [!]).

Aus Zweifelsnot zur Glaubensgewißheit, Kassel 1950 (5.000 Expl.); 1952 (4.000 Expl.); 3 1953 (4.000 Expl.).

Wunder Gottes in der Zeltmission, Kassel 1 1951 (103 S., 4.000 Expl.), 2 1952 (3.000 Expl.). („Das Buch gibt einen Einblick in die Zeltmissionsarbeit des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland für das Jahr 1948 - 1950“ [aus dem Vorwort]).

So kamen sie zu Jesus, Kassel 1 1952 (3.000 Expl.); 2 1953 (5.000 Expl.).

Kann man uns Christen nennen? Wuppertal 1954 (144 S.).

Deine Not kann sich wenden, Wuppertal 1956.

125 Jahre J.G.Oncken-Verlag Kassel 1828-1953, S. 57ff; 75 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Göttingen, 1969 (Zeltevangelisation 1949); Gerhard Jordy, Die Brüderbewegung in Deutschland, Bd. 2, 1981; Bd. 3, 1986; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 128.310.312.318; Die Gemeinde 37/1990, S. 13f (Nachruf); Geschichte der Baptistengemeinde Weener/Ems 1846 - 1896 - 1996 (Festschrift, Text: Friedel Popkes), Weener 1996, S. 36 (Einladungsplakat); Diabo&Lüllau, „Hoffentlich enttäuscht uns Hitler nicht“. Briefe, Bilder, Berichte einer Predigerfamilie 1925-1960, hg. v. Uwe A. Gieske, Berlin 1999, S. 233; Reinhard Lorenz, Evangelisation in 150 Jahren. Geschichte der Brüdergemeinden in Deutschland, in: Gerhard Jordy (Hg.), 150 Jahre Brüderbewegung in Deutschland, Dillenburg 2013, S. 85-87.