Günter Wieske

Dr. phil. Günter Wieske (* 23. August 1925 in Berlinchen; † 20. Oktober 2020 in Bamberg) war Pädagoge, Pastor und Referent der Heimatmission des BEFG.

ASCIIGünter Wieske war einer von drei Söhnen des Baptistenpastors Herbert Wieske (1890-1979). Er wollte Lehrer werden und studierte darum an der Universität Hamburg Anglistik, Pädagogik und Psychologie und schloss mit einer Dissertation über einen Puritaner ab (Dr. phil., 1954). Als er in den Dienst des BEFG berufen wurde, studierte er noch Theologie am Internationalen baptistischen Seminar in Rüschlikon (1954-56) und am baptistischen Seminar in Hamburg (1956-58). Zum hauptamtlichen Mitarbeiter im Gemeindejugendwerk Hamburg für die Jungschararbeit und zugleich zum Lehrer am Jugendseminar Hamburg wurde er von 1953 bis 1958 berufen. Danach war er fünf Jahre freikirchlicher Referent in der Ökumenischen Centrale in Frankfurt. Einen Dienst als Pastor übernahm er in der Gemeinde Münster von 1962-1966. Anschließend arbeitete er als Missionssekretär der Vereinigung Westfalen und übernahm auch die Koordination der Gebietsmission Rhein-Ruhr 67/68 mit 82 teilnehmenden Gemeinden sowie die Koordinierung der heimatmissionarischen Bemühungen auf Bundesebene. 1970 ging er in den Missionsdienst im norwegischen Baptistenbund als Sekretär für Evangelisation mit Sitz in Langesund. 1974 berief ihn der BEFG als Referent in die Bundesheimatmission mit den Schwerpunkten Erwachsenenbildung und Umsiedlerarbeit. In dieser Zeit lernte er auf einer USA-Reise ein Bibelstudienprogramm für Gruppen der Southern Baptist Convention kennen, das er mit Mitarbeitern in Deutschland unter dem Namen Gemeindebibelschule (GBS) einführte (ab 1.4.1977). 1988 ging er in den Ruhestand, blieb aber noch ein Jahr ehrenamtlicher Referent für Umsiedlerarbeit. Er gab als Leiter des Arbeitskreises für missionarisches Gemeindeschrifttum seit Mitte der 70er Jahre manche Vorstellungsschriften und Traktate heraus. Die letzten Jahre verbrachte er in Heiligenstadt in Oberfranken mit seiner Frau Lillian († 2016) und war noch schriftstellerisch aktiv.

Er war auch im internationalen Bereich engagiert. Er übernahm eine Professur für Gemeindepädagogik in Löwen/Belgien von 1986 bis 1998, war Jugendsekretär der Europäischen Baptistischen Föderation (EBF) von 1955-58 und arbeitete im Weltbund der Baptisten mit. Er war Gastdozent am Bibelseminar Bonn. Einer größeren kirchlichen Öffentlichkeit wurde er 1992 als Initiator des ökumenischen ´Jahres mit der Bibel` bekannt.

Er war verheiratet mit der Norwegerin Lillian und bekam mit ihr zwei Töchter. (RF)

Nachruf des BEFG: https://www.befg.de/aktuelles-schwerpunkte/nachrichten/artikel/dr-guenter-wieske-gestorben/

Nachruf für Dr. Günter Wieske (BEFG, Dirk Zimmer): https://www.befg.de/fileadmin/bgs/media/dokumente/Nachruf-Dr-Gunter-Wieske.pdf

vgl. auch wikipedia-Artikel: https://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%BCnter_Wieske

selbständige Veröffentlichungen:

Die puritanische Moralpsychologie John Owens und ihre Parallelen in der englischen Literatur (Hochschulschrift, Phil. Fakultät, Diss. v. 9.3.1954, 175 S.), Hamburg 1954.

Weltweite Evangelisation (Ökumenische Arbeitshefte 1), Frankfurt 1959; 2. veränderte Aufl. Frankfurt 1963.

Ausgesandt zu zweit. Eine Handreichung für freikirchliche Besuchsmission, Kassel 1960 (32 S.).

Report über eine Gebietsmission, Duisburg 1968 (112 S.).

Persönliche Evangelisation, Wuppertal 1974 (72 S.); 2. Aufl. 1977.

Betrifft: Gemeindebibelschule. Ein Weg zu gesundem Gemeindewachstum, Wuppertal 1977 (96 S.).

Glauben heute. Erste Schritte im Leben mit Jesus, Wuppertal und Kassel 1977 (79 S.), zusammen mit Ernst Wilhelm Erdlenbruch.

Wer euch hört, der hört mich. Arbeitshilfen für die Zeugnisschulung in der Gemeinde, Wuppertal 1979 (94 S.), zusammen mit Ken Chafin.

Öffnet die Häuser. Der missionarische und katechetische Auftrag von Hauskreisen, Stuttgart 1988 (92 S.).

Wie geht es Gott? Gießen u.a. 1997 (139 S.).

Gemeindepädagogik für die Praxis, Bornheim/Bonn 1998 (187 S.).

Sie folgten Jesus nach. Lebensbilder, die Mut machen, hg. v. G.W. und Heinrich Löwen jr, Bornheim/Bonn 1999 (94 S.).

Sie folgten Jesus nach, Bd. 2, hg. v. G.W., Bornheim/Bonn 2000 (110 S.).

Drei Freunde gegen Rechts. Einladung zum Aussteigen, Norderstedt 2002 (132 S.).

Der letzte Papst. Roman, Norderstedt 2004 (284 S.).

Wie ist es im Himmel? Kassel 2008 (34 S.).

Dankzettel, Kassel o.J. (?), 72 S.

Anno 2045. Der letzte Papst. Ein Zukunftsroman, Hamburg 2014 (überarbeitete Neuauflage) (336 S.): https://www.wdl-verlag.de/lesebuecher/978-3-86682-152-1_Detail.htm

Hg., Glaubensfreiheit. Geschichten von Menschen, die Mutmachen, Kassel 2020 (136 S.).

Artikel in Zeitschriften u.a. Beiträge:

Junge Mannschaft, Junger Mut, Morgenstern, Wort und Tat, Die Gemeinde, Blickpunkt Gemeinde, Ökumenische Rundschau, Una Sancta u.a.

John Bunyan und sein Bestseller, in: Junge Mannschaft 1953, Nr. 7, S. 6f.

Sören Kierkegaard zu seinem 100. Todestag am 11. November, in: Junge Mannschaft 1955, Nr. 11, S. 9f.

Ist die katholische Kirche Missionsfeld?, in: Junge Mannschaft 1958, Nr. 7, S. 10f.16.

William Carey. Ein Freikirchler ruft die Christen zur Weltmission, in: Günter Gloede (Hg.): Ökumenische Profile. Brückenbauer der einen Kirche, Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte: Kanonistische Abteilung, Band 50: Heft 1, 1961.

Das Ökumenische Gebet, eine ungelöste Aufgabe. Zur Geschichte der ökumenischen Gebetswochen, in: Ökumenische Rundschau 10/1961, S. 29–41.

Ausländische Stimmen über Neu-Delhi, in: Ökumenische Rundschau 11/1962, S. 147–170.

Baptisten und andere Christen, in: Die Baptisten (Die Kirchen der Welt, Bd. II), hg. v. J.D.Hughey, Stuttgart 1964, S. 244-257.

Akademiearbeit - Zeichen des Endes? Gedanken zu einem Buch über die evangelische Akademiearbeit, in: Wort und Tat 1964, Nr. 12, S. 403-406.

Welche Chancen haben die evangelischen Landeskirchen?, in: Wort und Tat 1965, Nr. 6, S. 187-189.

Persönliche Evangelisation, in: Die Gemeinde 8/1971, S. 3.

Auf den einzelnen kommt es an, in: Die Gemeinde 5/1973, S. 6.

Leitsätze zur persönlichen Evangelisation, in: Die Gemeinde 18/1973, S. 2.

Leitsätze zur persönlichen Evangelisation, in: Versöhnung durch Christus. Merkmale missionarischer Existenz, hg. v. J. Zeiger, Wuppertal 1973, S. 58.

Persönliche Evangelisation (I-II), in: Die Gemeinde 13-14/1974, S. 7.

Die missionarische Situation freikirchlicher Gemeinden, in: Die Gemeinde 5/1975, S. 6.

Missionarische Expansion in Spanien, in: ebenda, S. 7.

Neulandmission - Gebot der Stunde, in: Die Gemeinde 37/1975, S. 8.

Zum Jahresthema der Heimatmission 1976, in: Die Gemeinde 1/1976, S. 6.

Neue Menschen für eine neue Welt, in: Die Gemeinde 6/1976, S. II.

Kann man Zeugen Jehovas helfen?, in: Die Gemeinde 42/1976, S. 5.

Gemeindebibelschule - auch in Deutschland, in: Die Gemeinde 24/1976, S. 3.

Stellungnahme zur Kolonie Dignidad/Chile, in: Die Gemeinde 1977, Nr. 17, S. 2.

Zur Lage der Mission in Deutschland, in: Die Gemeinde 7/1978, S. 4.

Das Wunder von 1977, in: Die Gemeinde 9/1978, S. 10.

Zuviel Welt in der Gemeinde, in: Die Gemeinde 15/1978, S. 12.

Zehn Jahre danach (Gebietsmission Rhein-Ruhr), in: Die Gemeinde 18/1978, S. 8.

Dankopfer für Umsiedlergemeinden, in: Die Gemeinde 38/1978, S. 9.

Das Innenministerium lud ein, in: Die Gemeinde 4/1979, S. 10.

Gemeindewachstum - eine Möglichkeit für alle?, in: Die Gemeinde 6/1979, S. 4.

Aus der Heimatmission in Österreich, in: Die Gemeinde 36/1979, S. 10.

Kann die Gemeindebibelschule nicht noch besser werden?, in: Die Gemeinde 40/1979, S. 5.

Die Familien brauchen Hilfe, in: Blickpunkt Gemeinde 2/1984, S. 16-19.

Warum Singles-Arbeit in der Gemeinde?, in: Blickpunkt Gemeinde 1/1986, S. 3-4.

How Churches Grow in an Urban World - Wie Gemeinden in der städtischen Welt wachsen, Vortrag von Francis M. DuBose, bearbeitet, gekürzt und ergänzt von G.Wieske, in: Blickpunkt Gemeinde 2/1988, S. 2-28.

Anhang. Hinweise zu Fallstudien über Gemeindeaufbau in der Großstadt, in: ebenda, S. 28f.

Für jeden Tag. Mit dem Neuen Testament durchs Jahr, Wuppertal 1990.

Kirchliche Integrationsprobleme rußlanddeutscher Christen, in: Una Sancta 46/1991, S. 296-304.

Warum gründeten wir 1977 die GBS im BEFG?, in: Blickpunkt Gemeinde 1/1997, S. 6-7.

Menno Simons, Holland, in: Sie folgten Jesus nach, Bornheim/Bonn 1999, S. 26-35.

John Bunyan, England, in: ebenda, S. 36-44; wieder abgedruckt in: ders. (Hg), Glaubensfreiheit, 2020, S. 32-42.

Peter Riedemann, Mähren, Deutschland, in: Sie folgten Jesus nach, Bd. 2, Bornheim/Bonn 2000, S. 9-18.

William Carey, England, Indien, in: ebenda, S. 19-28; wieder abgedruckt in: ders. (Hg), Glaubensfreiheit, 2020, S. 43-56.

Adoniram Judson, Birma, in: ebenda, S. 29-40.

Lexikonartikel:

Gemeindebibelschule, in: Ev. Gemeindelexikon, hg. v. E.Geldbach u.a., Wuppertal 1978, S. 197f.

Gemeindebibelschule (GBS), in: ELThG Bd. 2 (1993), S. 716.

Spätaussiedlergemeinden: ELThG Bd. 3 (1994), S. 1875f.

Festschrift 75jähriges Jubiläum des Predigerseminars der Ev.-Freikirchlichen Gemeinden in Deutschland, Hamburg-Horn 1955, S. 80.81 (Foto); J. Zeiger, Art. Heimatmission, in: Ev. Gemeindelexikon, hg. v. E.Geldbach, 1978, S. 257; Festschrift. Hundert Jahre Theologisches Seminar 1880-1980, S. 210.245; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 261f.312.320.323.329.330; Martha Skelton, Die deutschen Baptisten in Ost und West, in: Blickpunkt Gemeinde 1/1984, S. (22-31) 28; Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden. Eine Selbstdarstellung, Wuppertal und Kassel 1992, S. 108; Karl Heinz Voigt, Ökumene in Deutschland. Von der Gründung der ACK bis zur Charta Oecumenica (1948-2001), Göttingen 2015, Register; Dirk Zimmer, Verstorben Dr. Günter Wieske (Nachruf), in: Die Gemeinde 23/2020, S. 26; vgl. auch wikipedia-Art. Günter Wieske.

Bildnachweis: Dirk Zimmer, Heiligenstadt