Eva Hertzer

Sr. Eva Hertzer (* 7. Mai 1913 in Mannheim; † 26. Mai 2006 in Berlin) war Oberin des Bethel Diakoniewerks Berlin von 1954 bis 1980. Zwölf Jahre diente sie zuvor als Bundesjugendschwester in ganz Deutschland.

Sie wurde getauft in Mannheim am 16.11.1930. 1933 trat sie ein ins Bethel-Diakoniewerk Berlin-Dahlem und erhielt eine Ausbildung zur Krankenschwester 1933-1935 in Lichterfelde. Sie besuchte kurz die Bibelschule Wiedenest und Beatenberg/Schweiz. 1935-1937 war sie in Halle/Saale an der Uni-Augenklinik tätig. Von September 1937 bis Januar 1949 arbeitete sie als Bundesjugendschwester in ganz Deutschland, dazu kamen 1939-1945 Bürodienste im Mutterhaus Berlin. Ihre Einsegnung im April 1941 geschah durch Jakob Meister. 1941 wurde sie neben anderen Sachbearbeiterin der Bundesleitung für Jugend, Studenten, Sonntagschule und Religionsunterricht. 1947 arbeitete sie in Hameln-Pyrmont. 1949 ging sie nach Berlin-Dahlem zurück, um in der Verwaltung und Schwesternbetreuung tätig zu sein. Seit September 1954 diente sie als Oberin der Schwesternschaft im Bethel-Diakoniewerk Berlin bis 1980 (sie löste Oberin Franziska Verch ab). 1981 ging sie in den Ruhestand in Dahlem. Ihre Nachfolgerin als Oberin wurde Mechtild Schröder. Reisen führten sie zum baptistischen Weltkongress in Kopenhagen und u.a. mehrfach nach England, in die USA, nach Kamerun und Israel. Im Nachruf wird ihre Glaubenszuversicht besonders in der NS-Zeit gewürdigt und ihr Dienst nach dem 2.Weltkrieg, der geprägt gewesen sei von einer Hinwendung zu den Menschen und einem offenen Herzen für die Nöte der Zeit (Mechtild Schröder). (RF)

Archiv Diakoniewerk Bethel, Berlin, u.a. Zeit als Bundesjugendschwester (1937-1949): 6.6.0-6.6.3.

Weihnachten bei Zigeunerkindern, in: Täuferbote 12/1938, S. 3f.

Aus zwölf Jahren des Jugenddienstes, in: Junge Mannschaft 1949, Nr. 2, S. 4f.

Attempt great things for God, in: Baptist World Alliance, Golden Jubilee Congress, London 1955, Official Report, ed. by Arnold T. Ohrn, S. 301-304.

„Herr, ich stehe in Ehrfurcht vor deinem Werk“ im Wesen und Wirken der Schwesternschaft, in: Dienet dem Herrn mit Freuden. 75 Jahre Dienst des Diakonissenmutterhauses Bethel, Berlin 1962, S. 75-81; außerdem Bericht über Bethel in Süddeutschland, ebenda, S. 54-59, auch S. 64.

Übergang und Neubeginn 1945 bis 1953, in: 100 Jahre evangelisch-freikirchliches Diakoniewerk Bethel-Berlin 1887-1987, S. 16f (E.H. = Eva Hertzer).

Jahrbuch 1937, S. 23; Jahrbuch 1938, S. 103; Dienet dem Herrn mit Freuden. 75 Jahre Dienst des Diakonissenmutterhauses Bethel, Berlin 1962, S. 64.66.68.112.117.119; 25 Jahre Jugendseminar Hamburg 1949-1974, Hamburg 1974, S. 15.16.17; Pilgerheim Weltersbach. 50 Jahre Dienst an alten Menschen 1926-1976 (60 S.), S. 24; Festschrift Hundert Jahre Theologisches Seminar des BEFG 1880-1980, hg. v. G. Balders, Wuppertal/Kassel 1980, S. 91.245; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 129f.302; 100 Jahre evangelisch-freikirchliches Diakoniewerk Bethel-Berlin 1887-1987, S. 20.21.37; Andrea Strübind, Unfreie Freikirche, (1991) ²1995, S. 273 A. 69; Nachruf in Die Gemeinde 15/2006, S. 25; Andrea Strübind, „Wir Christen unter Zuschauern“. Die deutschen Baptisten und die Judenverfolgung in der Zeit der NS-Diktatur, in: Daniel Heinz (Hg), Freikirchen und Juden im „Dritten Reich“. Instrumentalisierte Heilsgeschichte, antisemitische Vorurteile und verdrängte Schuld, Göttingen 2011, S. (151-181) 163.177 (jetzt auch in: ZThG 23/2018, S. [78-107] 89.102).