Herbert Mascher

Dr. Herbert Mascher (* 14. Februar 1905 in Bremerhaven; † 29. Dezember 1966 in Bad Homburg) war promovierter Rechts- und Staatswissenschaftler, der als Spätberufener Theologie in Hamburg studierte und als Pastor in Köln und Derschlag diente. Er wurde Sonntagsschulwart des Bundes und zuletzt Generalsekretär der Europäisch-Baptistischen Mission.

herbert_mascher.jpgAls 13jähriger von seinem Vater Friedrich Mascher in Kassel getauft, erhielt Herbert Mascher schon früh einen Blick für das Ganze der Bundesgemeinschaft. Nach seinem Abitur 1924 studierte er bis 1930 Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten Hamburg, Wien und Paris und promovierte 1931 zum Dr. rer. pol. in Hamburg. Bis 1937 schloss sich eine fachberufliche Tätigkeit in Hamburg und Einbeck an, dann erhielt er seine Berufung zum vollzeitlichen Dienst. Einem Jahr Zusatzausbildung im Predigerseminar Hamburg folgte bis 1945 ein erster Gemeindedienst in Köln-Mülheim. In diese Zeit fiel auch seine Mitarbeit im Diakonissenhaus „Martha“, dessen Leitung ihm anvertraut wurde. Seit 1941 war er in der Bundesleitung tätig als Sachbearbeiter der Abteilung Jugend, Studenten, Sonntagsschule, Religionsunterricht. Bis zu seinem Tod blieb er der Diakonie verbunden, indem er bis zuletzt im Vorstand des Diakonissenhauses „Tabea“ in Hamburg mitarbeitete. Von 1946-1953 versah er dann von Hamburg aus den Dienst als Sonntagsschulwart des Bundes, zugleich Herausgeber des „Morgenstern“ und der Mitarbeiterzeitschrift „Sonntagschulhelfer“ sowie als „Waisenvater“ des Bundeswaisendienstes. Es schloss sich ein achtjähriger Dienst als Prediger in der Gemeinde Derschlag/Rheinland an. Nach einem weiteren Jahr in der Gemeinde Frankfurt/Main folgte er einem Ruf der Europäischen Baptistischen Missionsgesellschaft: Von 1962-1966 war er als ihr Generalsekretär maßgeblich am inneren und äußeren Auf- und Ausbau der EBM beteiligt. Er heiratete Hedwig Rehr, mit der er zwei Kinder hatte. (Kurzbiographie von Axel Steen in G. Balders [Hg], Ein Herr, 1984, S. 353, ergänzt)

Nachruf von Manfred Otto, in: Die Gemeinde 1967, Nr. 6, S. 15f.

Protokoll der Bundesleitung vom 22.2.1941 (Oncken-Archiv Elstal).

Archiv der EBM? (Elstal)

Die soziale Bedeutung des Hamburger Hafenarbeiterstreiks von 1896/97, 1934 (Hamburg, Universitäts-Dissertation, 78 S.).

Waisendienst 1952, in: Die Gemeinde 1953, S. 39f.

Fünfzig Jahre Diakonissenhaus Tabea 1899-1949 (Festschrift), S. 48; 125 Jahre J.G.Oncken-Verlag Kassel 1828-1953, S. 51.52 (Foto); Festschrift 75jähriges Jubiläum des Predigerseminars Hamburg-Horn 1955, S. 24.57.69; J. Meister (Hg), Bericht über den Kongress der Europäischen Baptisten 26.-31.Juli 1958 in Berlin, Kassel 1959, S. 197; Die Gemeinde 1967, Nr. 6, S. 15f (Nachruf von Manfred Otto); G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 129.131.138.302.312.319.323; Diabo&Lüllau, „Hoffentlich enttäuscht uns Hitler nicht“. Briefe, Bilder, Berichte einer Predigerfamilie 1925-1960, hg. v. Uwe A. Gieske, Berlin 1999, S. 82.305; Astrid Giebel, Glaube, der in der Liebe tätig wird (Baptismus-Studien 1), Kassel 2000, S. 280; Karl Heinz Voigt, Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert) (Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen III/6), Leipzig 2004, S. 228; R. Assmann, Der BEFG in der DDR. Ein Leitfaden zu Strukturen - Quellen - Forschung (Baptismus-Studien 6), Kassel 2004, S. 34; Karl Heinz Voigt, Ökumene in Deutschland. Von der Gründung der ACK bis zur Charta Oecumenica (1948-2001), Göttingen 2015, S. 134.

Bildnachweis: Oncken Verlag 1953