Wilhelm Brockhaus

Wilhelm Brockhaus (* 22. März 1882 in Elberfeld; † 4. Oktober 1964 in Elberfeld) war Verlagsbuchhändler und Leiter des Brockhaus-Verlages in Wuppertal seit den 1920er Jahren.

Er war der älteste Sohn von Rudolf Brockhaus und Cousin von Ernst Brockhaus. Er heiratete 1908 Lotte Wagner, die Tochter des Kaufmanns Karl Wagner aus Stuttgart. Nach längerem Aufenthalt in England und Frankreich war er seit etwa 1922 (offiziell ab 1932) Leiter des Brockhaus-Verlages in Wuppertal. 1932 wurde er Schriftleiter der Zeitschrift „Botschafter des Heils“. 1941 wurde er Mitglied der Bundesleitung (Abtl. Prediger, Reiseprediger). In den 1940er Jahren diente er im Hauptvorstand der Evangelischen Allianz als Kassenverwalter. Er baute nach dem Zweiten Weltkrieg den ausgebombten Brockhaus-Verlag zuerst in Wuppertal-Vohwinkel, später in Gruiten wieder auf. 1949 starb seine Ehefrau, mit der er vier Kinder hatte; später heiratete er Nelly Brockhaus. (Hartmut Wahl)

Protokoll der BL vom 22.2.1941 (Oncken-Archiv Elstal).

Hg. der „Elberfelder Bibelkonkordanz“, 1937.

Gnädig bewahrt, in: E.Thimm (Hg), Wunder der Gnade Gottes in unserem Leben. Gesammelte Zeugnisse, Hamburg (1940) ²1948, S. 10f (Bewahrung im Ersten Weltkrieg).

„Die Bruderliebe bleibe“. Eindrücke vom Kopenhagener Kongress, in: Die Gemeinde 10/1947, S. 74f (darin erwähnt „die beiden Flüchtlingsprediger: Br. Strehlow und Br. Klumbies“, die etwa 2.500 Gläubige betreuen).

Peter von Gebhardt, Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen. Leipzig 1928, S. 198; Paul Schmidt, Wilhelm Brockhaus (Nachruf), in: Die Gemeinde 50/1964, S. 12; Erich Beyreuther, Der Weg der Evangelischen Allianz in Deutschland, R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1969, S. 112; Dieter Boddenberg, Versammlung der „Brüder“. Bibelverständnis und Lehre, mit einer Dokumentation der Geschichte von 1937-1950, Dillenburg 1977; Elisabeth Witte u.a. (Hg.), Mit Bibel und Botschaft fing’s an. 125 Jahre R. Brockhaus Verlag, Wuppertal 1978, S. 42f; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 303; Friedhelm Menk, Die Brüderbewegung im Dritten Reich. Das Verbot der „Christlichen Versammlung“ 1937, Bielefeld 1986, bes. S. 39.76-86.121-127.151; Hartmut Kretzer (Hg.), Quellensammlung zum Versammlungsverbot des Jahres 1937 und zur Gründung des BfC, Neustadt/Weinstraße 1987, S. 17.60f; Andreas Liese, War alles ganz anders? Anmerkungen zur Geschichte der Brüderbewegung im Dritten Reich im Lichte neuerer Quellenfunde. Ein Forschungsbericht, in: Freikirchenforschung 6/1996, S. (120-130) 123; Diabo & Lüllau, „Hoffentlich enttäuscht uns Hitler nicht.“ Briefe, Bilder, Berichte einer Predigerfamilie 1925-1960, hrsg. von Uwe A. Gieske, Berlin 1999, S. 98.102; Astrid Giebel, Glaube, der in der Liebe tätig wird (Baptismus-Studien 1), Kassel 2000, S. 212 (?).213; Andreas Liese, Verboten, geduldet, verfolgt. Hammerbrücke ²2003, Register (642 S.); Andreas Steinmeister, … ihr alle aber seid Brüder. Eine geschichtliche Darstellung der „Brüderbewegung“, Lychen 2004, S. 143-176; Stephan Holthaus, 150 Jahre Brüderbewegung in Deutschland, in: Freikirchenforschung 14/2004, S. (210-228) 224; Gerhard Jordy, Die Brüderbewegung in Deutschland 1945-1949. Umdenken und Umstrukturierung, in: Freikirchenforschung Nr. 15, 2005/06, S. (128-149) 145; Horst Afflerbach, Die heilsgeschichtliche Theologie Erich Sauers, Wuppertal 2006 (543 S.), Register; Andreas Liese, Aus der Enge in die Weite - Die Entstehung des BEFG 1941/42 (aus Sicht der Brüdergemeinden), in: R.Assmann/A.Liese (Hg.), Unser Weg - Gottes Weg? Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland - eine historische Bestandsaufnahme (Baptismus-Dokumentation 5), Hammerbrücke/Elstal 2015, S. (39-79) 42.56.66.68.76; Andreas Liese, Wir konnten immer das Evangelium verkünden: Baptisten und Brüdergemeinden im „Dritten Reich“, in: Kirchliche Zeitgeschichte 30 (2017), Heft 1, S. (93-133) 109.110.111.115.132; Andreas Liese, „Unsere Heimat ist droben“. Heimat und Fremde in den Geschlossenen Brüdergemeinden, in: ZThG 25/2020, S. 223.