Samuel Joffe

Samuel Joffe (* unbekannt; † 6. Februar 1936 in Warschau) war Missionar der Mildmay-Mission, einer englischen, freikirchlichen Judenmissionsgesellschaft mit Sitz in London.

Er sollte Rabbiner werden, gab aber sein Studium auf. Am Versöhnungstag betete er als ein Suchender in der Synagoge. Im Mai 1904 entdeckte er ein Bibeldepot der Mildmay-Mission in Wilna, kaufte ein Neues Testament und kam ins Gespräch über Jesus. Er ließ sich evangelisch taufen und nahm den Namen Samuel an. Dann wurde er Mitarbeiter der Mildmay-Mission, besuchte die Allianz-Bibelschule in Berlin-Steglitz und ließ sich vom Direktor der Mission, John Wilkinson, baptistisch taufen. Er arbeitete zuerst in Lodz, wo er Jensine Winter aus der Baptistengemeinde Lodz heiratete. Er wechselte nach Riga und anschließend nach Berlin. Als Judenmissionar Silberstein 1929 starb, versetzte ihn die Mildmay-Mission an dessen Wirkungsort nach Warschau. Die dortige judenchristliche Station war der Baptistengemeinde Warschau angegliedert. Er leitete die Mildmay-Missionsstation bis zu seinem Tod 1936. (RF nach Robert Kluttig)

Robert Kluttig, Geschichte der deutschen Baptisten in Polen 1858–1945, Winnipeg/Kanada 1973, S. 288f; Hartmut Wahl (Hg), Aufzeichnungen und Erinnerungen von Johannes Warns (1874-1937). Bd. 1: 1874-1918. Von Osteel bis Berlin, Hammerbrücke 2021, S. 299.