Rudolf Donat

Rudolf Donat (* 25. Januar 1888 in Berlin; † 31. Januar 1964 in Hannover) war Pastor in Berlin, Pommern, Westpreußen und Hannover sowie ein begeisterter Historiker, der ein zweibändiges Werk zur Geschichte der Baptisten verfasste.

donat.jpgEr stammte aus der Gemeinde Berlin-Neukölln und studierte am Seminar in Hamburg 1909-1913. Nach seiner Teilnahme am 1. Weltkrieg wurde er 1919-1921 Prediger in Berlin-Seegefeld. 1921-1923 diente er in der Gemeinde Berlin-Friedrichshagen, 1923-1930 in der Gemeinde Dramburg/Pommern. In Elbing war er bis 1942 und in Hannover-Walderseestraße bis zum Ruhestand 1953. Er arbeitete in der Leitung der Westpreußischen Vereinigung mit, zeitweise als Vorsitzender. Für die Gemeinden Dramburg, Elbing und Hannover schrieb er Festschriften zu den Jubiläen. Rudolf Donat war ein begeisterter Historiker, mit einem „Sinn für Geschichte, Sammlung und Auswertung von Dokumenten“ (Paul Schmidt). Mit Fleiß hat er Material gesammelt und in seinen beiden Büchern („Wie das Werk begann“ und „Das wachsende Werk“) ausführlich benutzt, wobei er öfter Auszüge aus früheren Darstellungen, z.B. ´Lehmanns Geschichte der deutschen Baptisten` übernimmt, aber sie nicht immer als Zitate kennzeichnet. „Donat hat durch seine geschichtlichen Arbeiten das Interesse an baptistischer Vergangenheit wachgehalten“ (RF)

Unveröffentlichte Kurzbiographie von 1984.

Nachlass im Oncken-Archiv Elstal.

selbständige Veröffentlichungen

Die biblischen Grundsätze der Baptisten oder: Biblische Richtlinien für Freunde der Wahrheit, Kassel o.J.

Wie das Werk begann. Entstehung der deutschen Baptistengemeinden. Nach vorhandenen Quellen und sonstigen Unterlagen geschildert, Kassel 1958 (mit Namenregister 478 S.). (Mit einem Geleitwort von Prof. Dr. Johannes Schneider, S. 7-9)

Das wachsende Werk. Ausbreitung der deutschen Baptistengemeinden durch sechzig Jahre (1849-1909). Nach vorhandenen Quellen und sonstigen Unterlagen geschildert, Kassel 1960 (mit bibliographischen Hinweisen, Namen-, Sach- und Ortsregister 559 S.).

Zeitschriftenartikel (Hilfsbote), Festschriften u.a.

9 Kriegsgedichtbände, z.B.:

- Bitscher Kriegsgedichte!, Saarbrücken 1916 (46 S.).

- Abwehrschlacht. Gedichte aus dem Weltkrieg, Selbstverlag Berlin-Neukölln 1917 (24 S.).

- Feldgraue Heimfahrt, Berlin 1918 (60 S.).

- Der Einsame. Die Geschichte eines Feldgrauen, Berlin-Neukölln 1918 (24 S.).

- Schwertlilien. Kriegsgedichte, Berlin-Neukölln 1918 (31 S.).

„Du hast dein Volk geführt…“ 1902-1927. Festschrift zur Jubelfeier des 25jährigen Bestehens der Baptistengemeinde Dramburg. Eine Skizze der Geschichte der Gemeinde und zugleich des Missionswerkes in Pommern, Dramburg 1927 (87 S.).

Die soziale Not unserer Zeit, in: C.A.Flügge (Hg), Sozialismus und Christentum (Friedensboten-Bücherei Bd. 12), Kassel o.J. (1928), S. 24-37 (ursprünglich Vortrag auf einer Jahreskonferenz der Baptisten in Pommern um 1925); wieder abgedruckt in: R.Assmann/A.Liese (Hg), Baptismus und Sozialismus. Das Verhältnis der Baptisten zum Sozialismus in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Studientag Berlin 2019 (Baptismus-Dokumentation 9), Elstal 2020, S. 182-195. (Vgl. dazu Andreas Liese, in: ebenda, S. 22f)

Der Jakobusbrief. Eine biblische Studie, in: Hilfsbote 1927, H. 6, S. 97-102; H. 7, S. 121-125.

Die heilsgeschichtliche Bedeutung der neutestamentlichen Schriften für die Gemeinde Jesu Christi. Eine biblische Studie, in: Hilfsbote 10+11/1930, S.238f.260-262; 1+2/1931, S. 20-22.44-46 (vgl. dazu Strübind, Unfreie Freikirche, ²1995, S. 262).

Bemerkungen zur Einführung in die sieben Sendschreiben und zur Auslegung der Offenbarung Jesu Christi, in: Hilfsbote 7-9/1933, S. 145-150.169-173.193-200.

Gott der Geoffenbarte, in: C.A.Flügge, Glaube an den persönlichen Gott, Kassel (1938) 3. vermehrte Aufl. 1939, S. 17-19.

Bericht über die Bundesratstagung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden vom 4.-7. September 1947, Kassel 1948.

Festschrift Elbing 50 Jahre, 1948 (?).

Werden und Wirken einer christlichen Gemeinde in hundert Jahren: 1854-1954. Der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Hannover, Baptistengemeinde, und ihren Freunden dargestellt, Kassel 1955 (96 S.).

Was hat das theologische Gespräch über die Taufe der Täuferbewegung zu sagen? Bemerkungen und Erwägungen, besonders zu Prof. Dr. K. Barth´s Schrift : „Die kirchliche Lehre von der Taufe“ (Vervielf., o.J., Oncken-Archiv Elstal).

Jahrbuch 1933 des Bundes der Baptistengemeinden, S. 23.24; Die Gemeinde 1964, Nr. 7, S. 13; Nr. 11, S. 10f (Nachruf von Paul Schmidt); G. Balders, Werden und Wirkung von Glaubensbekenntnissen, in: Wort und Tat 1971, H. 1, S. (10-15) 12; Robert Kluttig, Geschichte der deutschen Baptisten in Polen 1858-1945, Winnipeg/Kanada 1973, S. 41.55.100; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 17.24f.40.48f.56.63.316; Diabo&Lüllau, „Hoffentlich enttäuscht uns Hitler nicht“. Briefe, Bilder, Berichte einer Predigerfamilie 1925-1960, hg. v. Uwe A. Gieske, Berlin 1999, S. 231.266; Ulf Beiderbeck, Frei und geborgen (Baptismus-Studien 3), Kassel 2002, S. 67f; Manfred Bärenfänger, Der Baptismus in Pommern, in: Freikirchenforschung 12/2002, S. (169-188) 170.171.174f.180f; Mit Wurzeln in die Zukunft. Festschrift 150 Jahre EFG Hannover-Walderseestraße, 2004, S. 21.25; Uwe Swarat (Hg), Wer glaubt und getauft wird… Texte zum Taufverständnis im deutschen Baptismus, Kassel 2010, S. 215; R.Assmann/A.Liese (Hg), Baptismus und Sozialismus. Das Verhältnis der Baptisten zum Sozialismus in den Umbrüchen des 20. Jahrhunderts. Studientag Berlin 2019 (Baptismus-Dokumentation 9), Elstal 2020, S. 22f.39.140.

Bildnachweis: Archiv EFG Hannover-Walderseestraße