Karl Wilhelm Weist

Karl (auch: Carl) Wilhelm Weist (* 28. April 1822 in Landeshut/Schlesien; † 13. Juli 1903 in Freienwalde/Pommern) war Tischler und Missionspionier in Ostpreußen, Pommern, Schlesien und Russisch-Polen.

k.w.weist-1.jpgEr kam aus Schlesien und half 1842 als Tischlergeselle in Hamburg beim Wiederaufbau nach dem großen Brand. Dort begegnete er J.Köbner und fand durch ihn zum Glauben. Am 20.6.1846 wurde er in Breslau von J. G. Oncken getauft. Danach arbeitete er in Berlin. 1848 wurde er ordiniert und zum ersten Missionar der Preußischen Vereinigung berufen. 1848-1850 arbeitete er als Bibelkolporteur in Schlesien, Posen, Pommern, West- und Ostpreußen. Ab 1849 lebte er in Stolzenberg/Kreis Heiligenbeil/Ostpreußen, diente der Gemeinde als Prediger von 1850 bis 1893, unternahm von dort ausgedehnte Missionsreisen (u.a. Polen, Russland, baltische Staaten) und gründete die Gemeinden Bladiau, Rositten, Königsberg und weitere in Masuren. Er wurde zum Täufer der ersten Baptisten in Polen (in Adamow 1858). Karl Wilhelm Weist wurde zum Missionspionier in Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Russisch-Polen. (RF nach Margarete Jelten)

Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1848-1850. (Vgl. dazu und zum folgenden: Armin Weist, Baptistische Archivalien aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße in genealogischen und staatlichen Archiven [Baptismus-Dokumentation 1], Elstal 2011, S. 36)

„Ein Beitrag zur Geschichte der Baptistengemeinden in Ostpreußen zum Besten der in Ragnit zu bauenden Kapelle“ (handschriftlich um 1898). Beide handschriftlichen Aufzeichnungen von Wilhelm Weist wurden 1989 transkribiert (Oncken-Archiv Elstal).

Armin Weist (Hg), Lebenserinnerungen Karl Wilhelm Weist 1822-1903 (Manuskript) (Oncken-Archiv Elstal?).

Handbuch M. Jelten, 1997, S. 326.

G. L. (= Gottfried Liebert), Geschichte der Baptisten in Russisch-Polen 1854-1874, Oncken-Verlag Hamburg o.J. (1874), S. 52f.55.56f.58.61.62.63. u.ö; J. Lehmann, Geschichte, Bd. 1, 1896, S. 226; neubearbeitet von F.W.Herrmann, ³1923, S. 185ff; J. Lehmann, Geschichte, Bd. 2, 1900, S. 23.39ff.64-68.109.133.232-236.237.271.274; neubearbeitet von F.W.Herrmann, 1922, S. 299; Jahrbuch 1903, S. 25; Carl J. Bender, Karl Wilhelm Weist (Nachruf), in: Wahrheitszeuge 1903, H. 30, S. 238f; 1904, Nr. 1, S. 3 (Gedenkblatt v. Paul Weist); N.N., W. Weist, ein Glaubenspionier in Ostpreußen, in: Wort und Werk 4/1912, S. 50-54; Fr. Rockschies, Der hundertste Geburtstag des Predigers Carl Wilhelm Weist, in: Wahrheitszeuge 1922, Nr. 17, S. 127f; Donat, Entstehung, Register; J. Meister (Hg), Bericht über den Kongress der Europäischen Baptisten 26.-31.Juli 1958 in Berlin, Kassel 1959, S. 233; Donat, Ausbreitung, Register; Robert Kluttig, Geschichte der deutschen Baptisten in Polen 1858-1945, Winnipeg/Kanada 1973, S. 24f.26.45.106f; M. Jelten, Wurzeln, 1989, S. 185-187; Walter Feldkirch, Auch Pastoren sind nur Menschen. Heiteres und Nachdenkliches, Wuppertal und Kassel 1991, S.74f; G. Balders, Die deutschen Baptisten und der Herrnhuter Pietismus, in: Freikirchenforschung 3/1993, S. (26-39) 30f; Frank Fornaçon, Zwischen Weltflucht und Weltverantwortung. Baptisten als Minderheit auf der Suche nach ihrer politischen Heimat. Historischer Überblick über die Zeit von 1834 bis 1950, in: Freikirchenforschung 17/2008, S. (92-105) 94; Ian M. Randall, Communities of Conviction. Baptist beginnings in Europe, Schwarzenfeld 2009, Index; Armin Weist, Baptistische Archivalien aus den Gebieten östlich von Oder und Neiße in genealogischen und staatlichen Archiven (Baptismus-Dokumentation 1), Elstal/Norderstedt 2011, S. 7.36.

Baptisten in Polen: https://www.dewiki.de/Lexikon/Baptisten_in_Polen

Bildnachweis: Oncken Verlag 1900/1958 / Oncken-Archiv Elstal