Carl Schauffler (Vater)

Carl August Schauffler (* 16. Oktober 1792 vermutlich in Stuttgart; † 13. März 1877 in Stuttgart) war Hofinstrumentenmacher in Stuttgart, von J. G. Oncken mit andern im Neckar getauft und daraufhin Ältester und Vorsteher einer Gemeinde in Stuttgart, der der württembergische König Duldung gewährte. Wegen lehrmäßiger Differenzen blieben die „Schaufflerschen Baptisten“ außerhalb des Bundes.

Er bekehrte sich im Jahr 1820 als 28jähriger und pflegte Kontakte zur Hahn´schen Gemeinschaft und zur Herrnhuter Brüdergemeine. Er hielt private Versammlungen ab mit seinem Freund dem Juristen Dr. Friedrich Römer. 1838 lud er J. G. Oncken ein zu Vorträgen nach Stuttgart und am 9.10.1838 ließ er sich von Oncken mit anderen zusammen im Neckar taufen. Daraufhin gründeten sie am 16. 10. 1838 die „Evangelisch getaufte Gemeinde Jesu Christi“ in Stuttgart. Nach öffentlichen Anfeindungen gewährte der württembergische König Wilhelm eine Duldung für die neue Gemeinde. Schauffler wurde mit Dr. Römer Ältester und Vorsteher der Gemeinde. Beim zweiten Besuch Onckens 1840 zählte die Gemeinde bereits 70 Mitglieder. Wegen lehrmäßiger Differenzen zwischen ihm und Oncken (Allversöhnungslehre, Taufe sei Wiedergeburt, Vaterunser-Bitte um Vergebung hätten Christen nicht mehr nötig, vgl. Festschrift Stuttgart 1988, 11) schlossen sich die „Schaufflerschen Baptisten“ nicht dem 1849 gegründeten Bund an (ein Zusammenschluss mit den Oncken-Baptisten erfolgte endgültig erst 1929).

Aus seiner ersten Ehe entstammt der Sohn Carl (Karl). Seine Frau starb bald darauf. Seine zweite Frau schenkte ihm neun Kinder. Der Sohn Carl, jr, wurde ein enger Mitarbeiter Onckens in Hamburg. (RF)

Erstes Protokollbuch der (Schaufflerschen) Baptistengemeinde Stuttgart (Oncken-Archiv Elstal).

Gemeinderegister von 1838 (Archiv EFG Stuttgart-Forststraße, vgl. Festschrift Stuttgart 1988, S. 7 und 9).

Siehe auch Festschrift 150 Jahre Ev.-Freikirchliche Gemeinde Stuttgart 1838-1988, S. 72.

Die Vollendung der Reformation beleuchtet von dem Ältesten der evangelisch getauften Gemeinde Jesu Christi, Stuttgart 1861, 1912 (Archiv der EFG Stuttgart-Forststraße).

Lehmann, Geschichte, Bd. 1, 1896, S. 106-109.112.114f; Neubearbeitung von F.W.Herrmann (1912), ³1923, S. 124-132; Lehmann, Geschichte, Bd. 2 (Neubearbeitung 1922 von F.W.Herrmann), S. 107.108 (?); Hans Luckey, Johann Gerhard Oncken und die Anfänge des deutschen Baptismus, Kassel 1934, S. 259f; Hans Luckey, Johann Gerhard Oncken und die Anfänge des deutschen Baptismus, Kassel ³1958, S. 244f; Donat, Entstehung, 1958, Register (Schauffler, C.A., Stuttgart); Franz Schnabel, Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert. Die protestantischen Kirchen in Deutschland (Herder-Bücherei 211/212), Freiburg u.a. 1965, S. 233f (ohne Namensnennung von Schauffler und Oncken); G. Balders, Theurer Bruder Oncken, 1978, S. 55-57; Erbaut auf einem Grunde. Eine Kurzfassung der Geschichte der Ev.-Freikirchlichen Gemeinden in Baden-Württemberg, bearbeitet v. Friedhelm Lorenz, 1979, S. 4.5.12.22; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 23.35.291; M. Jelten, Gemeinde Garten, 1985, S. 41; Hans Herter, Taufstreit bei Familie C.A.Schauffler, in: Festschrift 150 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Stuttgart 1838-1988, S. 10; Festschrift 150 Jahre Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Stuttgart 1838-1988, S. 7-12.14.22.23.47.72; D. Lütz (Hg), „Die Bibel hat die Schuld daran…“. 175 Jahre Baptismus auf dem europäischen Kontinent. Festschrift zum 175. Jubiläum der Oncken-Gemeinde in Hamburg 2009, Hamburg 2009, S. 167.168.253.267; Gerhard Lindemann, Für Frömmigkeit in Freiheit. Die Geschichte der Evangelischen Allianz im Zeitalter des Liberalismus (1846-1879), Berlin 2011, S. 283.486 (1060 S.); Herbert Strahm, Dissentertum im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Freikirchen und religiöse Sondergemeinschaften im Beziehungs- und Spannungsfeld von Staat und protestantischen Landeskirchen, Stuttgart 2016, S. 328.