Friedrich Wilhelm Neuffer

Prof. Friedrich Wilhelm Neuffer (* 28. Oktober 1882 in Stuttgart; † 9. Dezember 1960 in Dresden) war Bauingenieur aus einer Brüdergemeinde und unterrichtete als Professor an der TH Dresden.

Reg-Baumeister a.D. und Prof. Dr.-Ing. h.c.. Er stammte aus einer frommen württembergischen Beamtenfamilie. Sein Vater war der Oberbaurat Ernst Neuffer (1850-1913) in Ludwigsburg. Nach einem vierjährigen Studium an der TH Stuttgart begann er ab 1905 eine praktische Tätigkeit als technischer Leiter der Niederlassung Köln und späterer Direktor bei Grün & Bilfinger A.G. in Mannheim. 1931 wurde er Professor an der TH Dresden. Seine Emeritierung erfolgte am 28.2.1951 aus Gesundheitsgründen, er hielt jedoch bis 1960 noch Vorlesungen im Baubetriebswesen.

Er war verheiratet mit Helene Titus (9.2.1887 - 9.9.1972), Tochter des Kaufmanns Heinrich Wilhelm Titus (1857-1924) aus Ludwigsburg. Sie bekamen drei Söhne und zwei Töchter. Zuletzt wohnte er in Dresden-Loschwitz. Er war der Schwiegervater von Dr. Walter Riedel (1910-2006).

Mit seiner Frau war er Mitglied der EFG Dresden III (Brüdergemeinde). Er gehörte 1941 der ersten gemeinsamen Bundesleitung an (Abtl. Seminar, Bibelschule, Helferschulung und der Abtl. Gemeindehausbau). Auch wirkte er als Vorsitzender der „Stiftung Nächstenliebe“, die sich zugunsten Bethels auflöste.

Schon in früher Jugend war er sehr wissbegierig um die Zusammenhänge der Bibel und war ständiger Gast bei Gesprächsabenden und Bibelstunden im Elternhaus. Er erkannte, dass nicht die Institution Kirche ihm den Frieden mit Gott bringt, sondern Gottes Wort allein Richtschnur für das Leben und Handeln sein muß. Während des Studiums traf er seine Entscheidung für das Leben mit Jesus Christus und suchte von da an mit Christen unterschiedlicher Benennung Kontakt zu pflegen. Er schloss sich der „Christlichen Versammlung“ an, kam aber zunehmend mit der engen Art der Praxis in Konflikt und suchte und fand die brüderliche Verbundenheit mit anderen Christen, setzte sich aktiv für die „Evangelische Allianz“ und „Ökumene“ ein und geriet dadurch in manche Diskussion mit der Leitung der „Christlichen Versammlung“. Mit seiner Übersiedlung nach Dresden schloss er sich den sog. „Offenen Brüdern“ an. Ihm war es stetes Anliegen, den Studenten an Hand der Bibel Wissenschaft und Glauben zu demonstrieren. In seinem Haus fanden regelmäßig Zusammenkünfte mit einer großen Studentenzahl statt. Viele Vorträge im Rahmen des CVJM, in verschiedensten Gemeinden, auf Konferenzen zur Rolle Israels im Weltgeschehen und über den Islam füllten sein Leben bis ins hohe Alter. (Hartmut Wahl/Veit Riedel)

Ausführlichere Kurzbiographie von Hartmut Wahl und Veit Riedel.

Protokoll der BL vom 22.2.1941 (Oncken-Archiv Elstal).

Lebenserinnerungen.

Dienet dem Herrn mit Freuden. 75 Jahre Dienst des Diakonissenmutterhauses Bethel, Berlin 1962, S. 70; Astrid Giebel, Glaube, der in der Liebe tätig wird (Baptismus-Studien 1), Kassel 2000, S. 213; Dr. Ing. Hans Wiese, Geschichte des Stahlbetonbaus an der Fakultät Bauingenieurwesen der TU Dresden. Teil 1: Professoren und Assistenten, Umfang der Lehre, Hrsg: Technische Universität Dresden 2009; Andreas Liese, Weder Baptisten noch Brüder. Die Entstehung des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, in: Freikirchenforschung 18/2009, S. (102-129) 117.