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Ernst Brockhaus

Ernst Brockhaus (* 27. Dezember 1879 in Wiesenthal; † 13. Juni 1948 in Wuppertal-Elberfeld) war Kaufmann und führendes Mitglied der Brüdergemeinden.

Er war Enkel von Carl Brockhaus, vierter Sohn des Fabrikbesitzers Ernst Brockhaus (1848-1915) aus Wiesenthal und Neffe von Rudolf Brockhaus (1856-1932). Er lernte in Köln und London Kaufmann. Mit seinem Bruder Karl gründete er 1901 und leitete die (kaufmännische Abteilung) der Firma „Elektro-Industrie Gebr. Brockhaus“ in Düsseldorf. 1906 heiratete er Adele Siebert, die Tochter des Fabrikbesitzers Rudolf Siebert aus Gummersbach; mit ihr hatte er drei Söhne. Ab 1912 hatte er eine Anlaufstelle für Spenden in Düsseldorf eingerichtet, die sich mehr und mehr zu einer Sammelstelle für Außenmission veränderte. 1918-1919 kam er in englische Gefangenschaft. 1925 ließ er sich in Wuppertal-Elberfeld nieder als Kaufmann (Adresse: Elberfeld/heute Wuppertal, Deweerthstr. 70). Er wurde zum führenden Mitglied der Brüdergemeinden: 1923 als Vorsitzender der „Kinderheimat“ in Plettenberg (Sauerland); 1924 als Kassenverwalter für das „Werk des Herrn im Ausland“; 1928 übernahm er die Verwaltung „Der Tenne“ und richtete ein Unterstützungskonto für deren Freiexemplare ein; 1929 Vorsitzender des Diakoniewerkes „Persis“ in Elberfeld. Seit 1932 wurde er zum Herausgeber der „Mitteilungen aus dem Werk des Herrn in der Ferne“, 1935 zum Kassenverwalter für das „Werk des Herrn im Inland“ und 1937 zum Kassenführer des BfC. Er arbeitete an der Erweiterung des Liederbuches „Geistliche Lieder“ (Nr. 151-192) mit, das 1936 herauskam. Seine letzten Lebensjahre waren durch eine schwere Erkrankung gekennzeichnet, die er geduldig trug. Er starb am 13. Juni 1948. Auf seiner Beerdigung sprachen sein Cousin Wilhelm Brockhaus, sowie Hugo Hartnack und Wilhelm Greb. (Hartmut Wahl)

„Die Hakenkreuzbewegung“, in: Die Tenne, Wuppertal 1922.

Peter von Gebhardt, Geschichte der Familie Brockhaus aus Unna in Westfalen, Leipzig 1928, S. 183.

Nachruf von Hugo Hartnack, in: Die Botschaft, 1949/1, letzte Umschlagseite.

Dieter Boddenberg, Versammlung der „Brüder“. Bibelverständnis und Lehre, mit einer Dokumentation der Geschichte von 1937-1950, Dillenburg 1977.

Gerhard Jordy, Die Brüderbewegung in Deutschland, Bd. 2, 1981, S. 33, 37, 39, 41, 44, 47, 102f; Bd. 3, 1986, S. 447 und Register.

Friedhelm Menk, Die Brüderbewegung im Dritten Reich. Das Verbot der „Christlichen Versammlung“ 1937, Bielefeld 1986, S. 36.39.43-47.65-67.76-86.91.121-127.

Hartmut Kretzer (Hg.), Quellensammlung zum Versammlungsverbot des Jahres 1937 und zur Gründung des BfC, Neustadt/Weinstraße 1987, S. 17f.20.22.25.

Andrea Strübind, Unfreie Freikirche, (1991) ²1995, Register.

Rolf-Edgar Gerlach, Carl Brockhaus – ein Leben für Gott und die Brüder, Wuppertal 1994, S. 30.

Volker Jordan, Die »Christliche Versammlung« in Deutschland von den Anfängen bis 1945. Dargestellt unter besonderer Berücksichtigung politischer Einstellungen und der »Nichtbündler« unter dem Aspekt von Widerstand und Verfolgung (1937–1945), Hauptseminararbeit, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg 1996, dritte überarbeitete Auflage 2006: http://www.bruederbewegung.de/pdf/jordan.pdf

Andreas Liese, Verboten, geduldet, verfolgt, Hammerbrücke (2002) ²2003, Register (642 S.), bes. S. 106f.

Andreas Steinmeister, … ihr alle aber seid Brüder. Eine geschichtliche Darstellung der „Brüderbewegung“, Lychen 2004, S. 143-176.

Horst Afflerbach, Die heilsgeschichtliche Theologie Erich Sauers, Wuppertal 2006 (543 S.), S. 101.

Andreas Liese, Was uns verbindet. 1941/42 entstand der BEFG, in: Die Gemeinde 1/2014, S. 12f.

Andreas Liese, Aus der Enge in die Weite - Die Entstehung des BEFG 1941/42 (aus Sicht der Brüdergemeinden), in: R. Assmann/A. Liese (Hg), Unser Weg - Gottes Weg? (Baptismus-Dokumentation Bd. 5), 2015, S. (39-81) 41f.

Andreas Liese, Wir konnten immer das Evangelium verkünden: Baptisten- und Brüdergemeinden im „Dritten Reich“, in: Kirchliche Zeitgeschichte 30 (2017), Heft 1, S. (93-133) 109.110.111.114.115.124.

Hartmut Wahl, Kein bedingungsloser Gehorsam. Karl von Rohr-Levetzow ausgelöscht und vergessen, Hammerbrücke 2022, S. 166 A.382.283.

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