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| gottfried_wilhelm_lehmann [2026/08/28 10:46] – [Leben] rfleischer | gottfried_wilhelm_lehmann [2026/08/28 12:01] (aktuell) – [Literatur] rfleischer |
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| {{ :lehmann-gottfried-wilhelm.jpg?nolink&200x261|lehmann-gottfried-wilhelm.jpg}}Er wurde in Hamburg im Stadtteil St. Georg geboren. Einen Teil seiner Jugend (1813-1817) verbrachte er in Leer, um bei einem Onkel das Sattlerhandwerk zu lernen und kam dort auch in Berührung mit dem Glauben. Danach kehrte er nach Berlin zurück, wo sein lutherischer Vater wie auch sein Bruder als Kupferstecher arbeiteten. Lehmann absolvierte an der Kunstakademie ein Studium der Lithographie und des Kupferstechens. Dort in Berlin erlebte er seine Bekehrung um 1818. Seine religiöse Heimat wurde die Berliner Erweckungsbewegung der Böhmisch-lutherischen Kirche (Johannes Jänicke) und der Herrnhuter Brüdergemeine (Bischof Anders). Er engagierte sich in deren Aktivitäten wie der Schriftenverbreitung und im Mäßigkeitsverein. Auch war er ein Freund der Heidenmission von Johannes Goßner. Mit J. G. Oncken kam er in Verbindung durch die Arbeit der Edinburger Bibelgesellschaft. Er besuchte ihn und die Gemeinde 1835 in Hamburg, brauchte aber noch zwei Jahre für die Frage nach Taufe und Gemeinde. Am 13. Mai 1837 ließ er sich bei einem Gegenbesuch Onckens in Berlin durch diesen mit fünf anderen im Rummelsburger See taufen und gründete tags darauf die Berliner Gemeinde als zweite Baptistengemeinde in Deutschland. Für sie verfasste er 1843 ein "Glaubens-Bekenntnis". Da die kleine Gemeinde ihn nicht bezahlen konnte, trat er 1838 zur Hälfte in den Dienst der baptistischen Bostoner Missionsgesellschaft, um Ende 1843 ganz in deren Dienst einzutreten. Organisatorisch begabt, kämpfte er für die rechtliche Anerkennung der Gemeinden (die erfolgte erst 1875 für Berlin und Preußen) und gründete die "Vereinigung" der Baptistengemeinden Preußens 1848 als älteste Vereinigung des entstehenden Bundes der Baptistengemeinden (1849). Lehmann sprach von der "tyrannischen Machtausübung" führender Leute in Berlin und bezeichnete 1848 als "Tag der religiösen Emanzipation" (A. Liese, 2023). | {{ :lehmann-gottfried-wilhelm.jpg?nolink&200x261|lehmann-gottfried-wilhelm.jpg}}Er wurde in Hamburg im Stadtteil St. Georg geboren. Einen Teil seiner Jugend (1813-1817) verbrachte er in Leer, um bei einem Onkel das Sattlerhandwerk zu lernen und kam dort auch in Berührung mit dem Glauben. Danach kehrte er nach Berlin zurück, wo sein lutherischer Vater wie auch sein Bruder als Kupferstecher arbeiteten. Lehmann absolvierte an der Kunstakademie ein Studium der Lithographie und des Kupferstechens. Dort in Berlin erlebte er seine Bekehrung um 1818. Seine religiöse Heimat wurde die Berliner Erweckungsbewegung der Böhmisch-lutherischen Kirche (Johannes Jänicke) und der Herrnhuter Brüdergemeine (Bischof Anders). Er engagierte sich in deren Aktivitäten wie der Schriftenverbreitung und im Mäßigkeitsverein. Auch war er ein Freund der Heidenmission von Johannes Goßner. Mit J. G. Oncken kam er in Verbindung durch die Arbeit der Edinburger Bibelgesellschaft. Er besuchte ihn und die Gemeinde 1835 in Hamburg, brauchte aber noch zwei Jahre für die Frage nach Taufe und Gemeinde. Am 13. Mai 1837 ließ er sich bei einem Gegenbesuch Onckens in Berlin durch diesen mit fünf anderen im Rummelsburger See taufen und gründete tags darauf die Berliner Gemeinde als zweite Baptistengemeinde in Deutschland. Für sie verfasste er 1843 ein "Glaubens-Bekenntnis". Da die kleine Gemeinde ihn nicht bezahlen konnte, trat er 1838 zur Hälfte in den Dienst der baptistischen Bostoner Missionsgesellschaft, um Ende 1843 ganz in deren Dienst einzutreten. Organisatorisch begabt, kämpfte er für die rechtliche Anerkennung der Gemeinden (die erfolgte erst 1875 für Berlin und Preußen) und gründete die "Vereinigung" der Baptistengemeinden Preußens 1848 als älteste Vereinigung des entstehenden Bundes der Baptistengemeinden (1849). Im Blick auf die Revolution von 1848 sprach Lehmann in einem Brief an die Mission der nordamerikanischen Baptisten von der "tyrannischen Machtausübung" führender Leute in Berlin und bezeichnete die Ereignisse als "Tag der religiösen Emanzipation" (A. Liese, 2023). |
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| Als profilierter Baptist engagierte er sich stark für das Gestaltwerden der Einheit des Leibes Christi. Die Gründung des deutschen Zweiges der Ev. Allianz 1852 gemeinsam mit Pastor Eduard Kuntze geht darum auf seine Initiative zurück (sie hieß in der Anfangszeit noch Ev. Bund). Auf deren internationaler Berliner Konferenz 1857 begründete er "die Entstehung von Freikirchen angelsächsischen Ursprungs in Deutschland mit dem Hinweis auf die Situation der entkirchlichten Massen" (G. Balders). Schon 1854 hatte er in seinem "//Offenen Sendschreiben//" die Baptistengemeinden gegen den Vorwurf der Proselytenmacherei verteidigt und die ev. Kirche aufgefordert, den Baptisten nicht länger die Religionsfreiheit zu verweigern und auf die Inanspruchnahme staatlicher Mittel gegen Andersdenkende zu verzichten. 1855 gewährte der König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., Lehmann zusammen mit J. G. Oncken und Carl Schauffler eine Audienz, bei der sie ein Gesuch um Anerkennung der Gemeinden persönlich vortrugen. Im selben Jahr besuchte Lehmann mit Köbner die Pariser Allianzversammlung, auf der Lehmann in Sachen Religionsfreiheit das Wort ergriff (Missionsblatt 1855, Nr. 10-12). Gegenüber dem Kultusminister von Bethmann-Hollweg erklärte Lehmann "gut baptistisch und zugleich pietistisch" (Balders) "//dass das eigentliche Prinzip der Baptisten die Darstellung der Gemeine Jesu nach dem ursprünglichen Muster in der apostolischen Zeit sei und dass wir das Hauptgewicht auf die Wiedergeburt legen"//. Lehmann unternahm vielfältig Reisen u.a. bis nach Ostpreußen, England, in den Harz und nach Ostfriesland, blieb aber zeitlebens Vorsteher und Prediger der Berliner Gemeinde. | Als profilierter Baptist engagierte er sich stark für das Gestaltwerden der Einheit des Leibes Christi. Die Gründung des deutschen Zweiges der Ev. Allianz 1852 gemeinsam mit Pastor Eduard Kuntze geht darum auf seine Initiative zurück (sie hieß in der Anfangszeit noch Ev. Bund). Auf deren internationaler Berliner Konferenz 1857 begründete er "die Entstehung von Freikirchen angelsächsischen Ursprungs in Deutschland mit dem Hinweis auf die Situation der entkirchlichten Massen" (G. Balders). Schon 1854 hatte er in seinem "//Offenen Sendschreiben//" die Baptistengemeinden gegen den Vorwurf der Proselytenmacherei verteidigt und die ev. Kirche aufgefordert, den Baptisten nicht länger die Religionsfreiheit zu verweigern und auf die Inanspruchnahme staatlicher Mittel gegen Andersdenkende zu verzichten. 1855 gewährte der König von Preußen, Friedrich Wilhelm IV., Lehmann zusammen mit J. G. Oncken und Carl Schauffler eine Audienz, bei der sie ein Gesuch um Anerkennung der Gemeinden persönlich vortrugen. Im selben Jahr besuchte Lehmann mit Köbner die Pariser Allianzversammlung, auf der Lehmann in Sachen Religionsfreiheit das Wort ergriff (Missionsblatt 1855, Nr. 10-12). Gegenüber dem Kultusminister von Bethmann-Hollweg erklärte Lehmann "gut baptistisch und zugleich pietistisch" (Balders) "//dass das eigentliche Prinzip der Baptisten die Darstellung der Gemeine Jesu nach dem ursprünglichen Muster in der apostolischen Zeit sei und dass wir das Hauptgewicht auf die Wiedergeburt legen"//. Lehmann unternahm vielfältig Reisen u.a. bis nach Ostpreußen, England, in den Harz und nach Ostfriesland, blieb aber zeitlebens Vorsteher und Prediger der Berliner Gemeinde. |
| Herbert Strahm, Dissentertum im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Freikirchen und religiöse Sondergemeinschaften im Beziehungs- und Spannungsfeld von Staat und protestantischen Landeskirchen, Stuttgart 2016, Register; | Herbert Strahm, Dissentertum im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Freikirchen und religiöse Sondergemeinschaften im Beziehungs- und Spannungsfeld von Staat und protestantischen Landeskirchen, Stuttgart 2016, Register; |
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| Andrea Klimt, Luthers Kleiner Katechismus und die Anfänge des bapt. Gemeindeunterrichts, in: ThGespr 3/2017, S. 125.126.128; | Andrea Klimt, Luthers Kleiner Katechismus und die Anfänge des baptistischen Gemeindeunterrichts, in: ThGespr 3/2017, S. 125.126.128, online: https://theologisches-gespraech.org/ojs/index.php/tge/article/view/7869/7825; |
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| Karl Heinz Voigt, Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation vor 1517 bis nach 2017 (Kirche-Konfession-Religion Bd. 73), Göttingen 2018, S. 185; | Karl Heinz Voigt, Kirchliche Minderheiten im Schatten der lutherischen Reformation vor 1517 bis nach 2017 (Kirche-Konfession-Religion Bd. 73), Göttingen 2018, S. 185; |
| Wilfried Weist, Vor 175 Jahren. 1848 wurde die Kapelle Berlin-Schmidtstraße eingeweiht, in: Die Gemeinde 5/2023, S. 15; | Wilfried Weist, Vor 175 Jahren. 1848 wurde die Kapelle Berlin-Schmidtstraße eingeweiht, in: Die Gemeinde 5/2023, S. 15; |
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| Andreas Liese, „Die große und glorreiche Revolution“. Die Baptisten und die Revolution von 1848 in Deutschland, in: Die Gemeinde 18/2023, S. (13-15) 14.15; | Andreas Liese, „Die große und glorreiche Revolution“. Die Baptisten und die Revolution von 1848 in Deutschland, in: Die Gemeinde 18/2023, S. (13-15) 14.15, online: https://www.befg.de/fileadmin/content/BEFG/DG_2023-18_Liese__Revolution_1948.pdf; |
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| Rainer Döllefeld/Gert Höhne/Bernd Wittchow, unbeachtet - beachtet - geachtet. Erinnerungen an die Suchtkrankenhilfe im BEFG in der DDR und nach 1990 (Baptismus-Dokumentation 11), 2023, S. 73; | Rainer Döllefeld/Gert Höhne/Bernd Wittchow, unbeachtet - beachtet - geachtet. Erinnerungen an die Suchtkrankenhilfe im BEFG in der DDR und nach 1990 (Baptismus-Dokumentation 11), 2023, S. 73; |