Eberhard Schröder

Eberhard Schröder (* 13. Mai 1898 in Barmen; † 26. Juli 1968 in Kassel) war Kaufmann und langjähriger Direktor des Oncken-Verlags in Kassel von 1931 bis 1964.

eberhard_schroeder.jpgVon Haus aus Textilkaufmann wurde er 1931 (von Wilhelm Baresel) aus 51 Bewerbern als Nachfolger des erkrankten kaufmännischen Geschäftsführers Wilhelm Haupt an das „Verlagshaus der deutschen Baptisten“ in Kassel berufen und nach dem Eintritt Benjamin Schmidts in den Ruhestand alleiniger Direktor des Unternehmens. Er modernisierte den Betrieb und führte den Verlag zu einem neuen Aufschwung, hatte dann aber zugleich die schwierige Aufgabe zu erfüllen, das Verlagsschiff durch die zahlreichen Klippen im NS-Staat hindurch zu führen und von „nationalsozialistischer Kulturarbeit“ möglichst freizuhalten. Nach Zerstörung des Verlagshauses in der Jägerstraße 1943 - dadurch gingen Buchdruckerei und -binderei endgültig verloren - schrumpfte die Mitarbeiterschaft von 120 auf sechs Personen. Der Neuanfang 1945 in Kassel (zeitweilig von Stuttgart aus) begann im Schröderschen Privathaus in der Langenbeckstraße, das der Bund dann für den Verlag übernahm und ausbaute. Die fünfziger und frühen sechziger Jahre brachten durch eine gezielte Ausweitung des Programms dem Oncken Verlag ein gutes Ansehen im evangelischen Buchhandel. Nach seinem Eintritt in den Ruhestand 1964 reiste Eberhard Schröder noch für den Verlag, bis Gott ihm durch einen Schlaganfall Ruhe gebot, an dessen Folgen er starb. (Kurzbiographie von Günter Balders aus G. Balders [Hg], Ein Herr, 1984, S. 361)

Jahresberichte des Oncken Verlages im Jahrbuch 1931-1939, z. B.: Das Verlagshaus der deutschen Baptisten, in: Jahrbuch 1937 des Bundes der Baptistengemeinden in Deutschland, Kassel (1938) S. 18f.

Brief vom 24.2.1947, Brief vom 11.3.1947, Brief vom 14.4.1947, in: R.Fleischer, Streit (Baptismus-Dokumentation Bd. 4) Elstal 2014, S. 106-108.111.115.

Was macht unser Verlagshaus?, in: Die Gemeinde 12/1947, S. 91.

„The Responsibilities of Baptist laymen“, in: BWA-Kongress Copenhagen, Denmark 1947, Official Report, ed. by Walter O. Lewis, S. 124-128.

Der Weltbund der Baptisten. Zum Weltbundsonntag 1953, in: Die Gemeinde 1953, S. 37f.

Die letzten 25 Jahre, in: 125 Jahre J.G.Oncken Verlag, 1953, S. 35-56 (Foto S. 36); auch in Die Gemeinde 1953, S. 276ff.293ff.

Stewardship of Life, in: Tenth Baptist World Congress, Rio de Janeiro, Brazil 1960, Official Report, ed. by Arnold T. Ohrn, S. 180-184.

J. Meister (Hg), Bericht über den Kongress der Europäischen Baptisten 26.-31.Juli 1958 in Berlin, Kassel 1959, S. 146; O. Johns, E. S. zum Gedächtnis, in: Die Gemeinde 1968, Nr. 36; D. Naujoks u.a. (Hg), 125 Jahre Gemeinde in Barmen 1852-1977, S. 49; Die Gemeinde 19/1978 (150 Jahre Oncken-Verlag), S. 16f; G. Balders (Hg), Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe. 150 Jahre Baptistengemeinden in Deutschland 1834-1984. Festschrift, Wuppertal/Kassel 1984, S. 134.150; Andrea Strübind, Unfreie Freikirche, ²1995, Register; Wenn eure Kinder später einmal fragen. Festschrift 150 Jahre EFG Kassel-Möncheberg, 1997, S. 37f.63.68.75; Diabo&Lüllau, „Hoffentlich enttäuscht uns Hitler nicht“. Briefe, Bilder, Berichte einer Predigerfamilie 1925-1960, hg. v. Uwe A. Gieske, Berlin 1999, S. 305; Astrid Giebel, Glaube, der in der Liebe tätig wird (Baptismus-Studien 1), Kassel 2000, Register; Wir feiern: 150 Jahre Köbners Kirche 2002, Hg. Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Wuppertal-Barmen 2002, S. 96.97.98, (Text: Holger Kelbert); G. Balders, Lobt in seinem Heiligtume, den der große Wunder tut. Julius Köbner als Herausgeber der „Glaubensstimme“ und als Liederdichter, in: E.Geldbach u.a. (Hg), Religions-Freiheit. Festschrift zum 200. Geburtstag von Julius Köbner, Berlin 2006, S. (65-92) 82f; Hans-Volker Sadlack, Spurensuche. 175 Jahre Baptisten in Deutschland. Ein Reiseführer, Kassel 2009, S. 39.

Bildnachweis: Oncken Verlag 1953