Herbert Weist

Herbert Weist (* 28. Februar 1902 in Berlin; † 5. April 1968 in Berlin) war Bankkaufmann, dann Pastor in Kiel und Dresden, Vereinigungsleiter in Sachsen und zehn Jahre Vorsitzender der Bundesleitung-Ost.

herbert-weist.jpgDer Enkel des ostpreußischen Missionspioniers Wilhelm Weist wurde 1916 von F. W. Simoleit in Berlin getauft. Nach dem Abitur und einer Lehre als Bankkaufmann besuchte er 1931-34 das Predigerseminar. Anschließend wurde er Prediger in der Gemeinde Kiel-Muhliusstraße, ging 1940 an die Gemeinde Dresden I und wurde 1943 Soldat. Die durch den Krieg zerstreute Gemeinde sammelte er in 18 Stationen und pflegte besonders die Zusammenarbeit mit den Dresdener Elim- und Brüdergemeinden des Bundes. 1952-57 war er Vereinigungsleiter (heute Landesverbandsleiter) in Sachsen, ab 1955 hauptamtlich. 1951 wurde er in die Bundesleitung gewählt, deren Vorsitz er 1957 übernahm und bis 1967 innehatte. Sein besonderes Anliegen war die Gründung des Theologischen Seminars in Buckow, das er 1959-64 leitete. Auch im diakonischen Bereich des Bundes war Weist tätig. Die Christliche Pflegeanstalt Schmalkalden/Aue hatte in ihm einen geschätzten Vorsitzenden; im Diakoniewerk Bethel gehörte er zum Kuratorium. Weist war ein geschätzter und fleißiger Prediger, dem es geschenkt war, den Bund in der DDR in seiner Aufbauphase weise zu leiten. (Kurzbiographie von Frank Fornaçon aus: G. Balders [Hg], Ein Herr, 1984, S. 365 ) .

Kurzansprache in: Die Christusgemeinde nach der Schrift. Vorträge der Bundeskonferenz Hannover 1957, Kassel 1957, S. 109-111.

Art. in „Neue Zeit“, Berlin v. 27.7.1958 (über den Kongress der Europäischen Baptisten 1958 in Berlin), in: J. Meister (Hg), Bericht über den Kongress der Europäischen Baptisten 26.-31.Juli 1958 in Berlin, Kassel 1959, S. 279-281; ebenda S. 258 zum Kongreßbüro Berlin-Ost.

Die Botschaft des Advent. Freikirchliche Advents-Rundfunkpredigt, am 18. Dezember 1960, 10 S., Aufl.: 11.000.

Grußwort (zusammen mit Hildegard Krusemark und Rolf Dammann), in: Dienet dem Herrn mit Freuden. 75 Jahre Dienst des Diakonissenmutterhauses Bethel, Berlin 1962, S. 6f.

Gottes Gedanken walten über uns (Freikirchlicher Rundfunk-Gottesdienst, Radio DDR am 6. September 1964), Berlin 1965 (8 S., Auflage 10.180).

Leben unter dem Wort. Gedanken, Predigten, Aufsätze, Berlin 1970, 152 S., Aufl.: 6.000.

Jahrbuch 1937, S. 23; Festschrift zum 75jährigen Jubiläum des Predigerseminars, Hamburg-Horn 1955, S. 95; Rolf Dammann, Herbert Weist, in: Die Gemeinde 22/1968, S. 11f; Rolf Dammann, Laßt uns an unsere Väter gedenken, in: H. Weist, Leben unter dem Wort. Gedanken, Predigten, Aufsätze, Berlin 1970, S. 141-150; Festschrift Hundert Jahre Theologisches Seminar des BEFG 1880-1980, Wuppertal/Kassel 1980, S. 169; Adolf Pohl, Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes - Herbert Weist zum Gedächtnis, in: ders. (Hg.), Die Ernte ist groß. 25 Jahre Theologisches Seminar des BEFG in der DDR in Buckow (Märk. Schweiz), Berlin 1983, S. 88-91; G. Balders (Hg), Ein Herr, 1984, S. 150.315.317.324; G. Balders, Die Präsidentenwahl 1969 – ein Kapitel für sich, in: Erlebt in der DDR. Berichte aus dem Bund EFG, hg. v. U. Materne und G. Balders, Wuppertal 1995, 87-109; Ulrich Materne/Günter Balders (Hg.), Erlebt in der DDR. Berichte aus dem BEFG, Wuppertal/Kassel 1995, S. 45f.61.63.64.68.71.78.80.81.83.84.87.90.273.391.392.394; R. Assmann, Die Ost-CDU und der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR, in: Freikirchenforschung 6/1996, S. (89-100) 89.93.95; Gerhard Besier, Zur Religionspolitik des SED-Staates gegenüber den Freikirchen, in: ZThG 1/1996, S. (64-79) 66.67: https://www.gftp.de/downloads-und-dokumente/send/24-zthg-01-1996/55-gbesier; Andrea Strübind, Kennwort: „Herbert aus Halle“. Ein Forschungsbericht über die Verbindungen zwischen Baptisten und dem Ministerium für Staatssicherheit in der DDR, in: ZThG 2/1997 (2. durchgesehene Aufl. 1998), S. (164-201) 176.177.179.180.198f: https://www.gftp.de/downloads-und-dokumente/send/25-zthg-02-1997/84-astrueb; Andrea Strübind, Trennung von Staat und Kirche? Bewährung und Scheitern eines freikirchlichen Prinzips, in: ZThG 4/1999, S. (261-288) 279.280; Andrea Strübind, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden in der DDR aus der Sicht des SED-Staates, in: ZThG 8/2003, S. (245-279) 263-270.272.274.275; Reinhard Assmann, Die Entwicklung der Fragen von Wehr- und Wehrersatzdienst im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR, in: Freikirchenforschung Nr. 13/2003, S. (206-217) 210; K. H. Voigt, Freikirchen in Deutschland (19. und 20. Jahrhundert) (Kirchengeschichte in Einzeldarstellungen III/6), Leipzig 2004, S. 216.219; R. Assmann, Der BEFG in der DDR. Ein Leitfaden zu Strukturen - Quellen - Forschung (Baptismus-Studien 6), Kassel 2004, S. 16f.30.46.56.173.175.177.179; Stefan Stieger, Die Zusammenführung der Theologischen Seminare im BEFG nach der Wende - Buckow zieht nach Hamburg, in: Freikirchenforschung 19/2010, S. 250; Reinhard Assmann, Anmerkungen zur Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der DDR“ (AgCK), in: Freikirchenforschung 19/2010, S. 311.312.313.314; Karl Heinz Voigt, Ökumene in Deutschland. Von der Gründung der ACK bis zur Charta Oecumenica (1948-2001), Göttingen 2015, Register; Reinhard Assmann, „Friedenszeugnis ohne Gew(a)ehr“. Die Bausoldaten als Teil der Friedensbewegung und des BEFG in der DDR, in: ZThG 20/2015, S. 239.240; R. Assmann/A. Liese (Hg), Vereint in Christus - (wieder)vereint im Bund. 25 Jahre Zusammenschluss der beiden deutschen Bünde Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden - Akteure erinnern sich. Studientag Kassel 2015 (Baptismus-Dokumentation 6), Hammerbrücke/Elstal 2016, S. 93; W. Weist/R. Assmann, Dass das Wort des Herrn laufe und gepriesen werde. Die Schrifttumsarbeit im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in der DDR (Baptismus-Dokumentation 7), Elstal/Norderstedt 2017, S. 57.63.78.243.249.255.

Bildnachweis: Wilfried Weist, Berlin